Das erste Fortnite Frauenteam geht an den Start

Veröffentlicht am: 9. August 2019, 01:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. August 2019, 01:28 Uhr.

„Team Bumble“ heißt das erste Fortnite Frauenteam, das künftig bei Wettkämpfen antreten wird. Dies gaben die eSports Organisation Gen.G und die Dating App Bumble, die kürzlich eine Partnerschaft eingingen und das Team zusammenstellten, am Dienstag bekannt.

Team Bumble, fünf Frauen
Team Bumble, das erste Fortnite Frauenteam. (Bild: twitter.com)

Das Line-up besteht aus den Spielerinnen Kristen “KittyPlays” Valnicek, Madison “Madiesuun” Mann, Tina “TINARAES” Perez, Carlee “Carlee” Gress und Hannah “Hannah” Reyes. Wie Bumble verlauten ließ, sei die Rekrutierung für das Team zwar abgeschlossen, aber bei Bedarf könnten weitere Spielerinnen hinzugefügt werden.

Was ist die Bumble App?

Bumble ist eine Dating App der besonderen Art. Auf den ersten Blick ähnelt sie der populären Tinder App, aber Bumble ist so programmiert, dass nur Frauen den ersten Kontakt zu Männern herstellen können. Das im Jahre 2014 gegründete Start-up der Tinder Mitbegründerin Whitney Wolfe wollte die archaischen Regeln beim Flirten durchbrechen.

Wolfe ging es bei der Erstellung der App insbesondere um die Sicherheit der Frauen und um die Abwehr von Belästigungen durch eindeutig sexuelle Fotos oder niveaulose Kommentare.

Auch im Unternehmen selbst haben Frauen das Ruder in der Hand. Der Frauenanteil liegt bei 85 %, das gilt auch für die Top Positionen.

Mission von Bumble: Frauen in der eSports Community stärken

Bei einem Blick auf die großen eSports Wettkämpfe fällt auf, dass kaum Frauen mitmischen. Erst im vergangenen Monat wurde das Finale des Fortnite World Cups [Seite auf Englisch] ausgetragen. Im Main Event war nicht eine einzige Frau vertreten.

Chelsea Maclin, Vice President of Marketing bei Bumble, erläuterte die Partnerschaft. Ihre Mission sei es vor allem, Frauen auf der ganzen Welt zu stärken.

„[…] Wir haben durch Bumble und Gen.G starke Gemeinschaften geschaffen und freuen uns darauf, gemeinsam daran zu arbeiten, die Spielergemeinschaft im echten Leben zusammenzubringen. Zusammen mit Gen.G möchten wir den Wegbereiterinnen die Möglichkeit geben, sich leichter mit ihrer Community zu verbinden, sei es durch Dating, Freundschaft oder Networking.“

Auch Saira Mueller, die Leiterin des US Contents für Gen.G eSports, kommentierte die neue Partnerschaft. Ziel der Organisation sei es, allen Profispielern der Gen.G Community, unabhängig von ihrem Geschlecht, die besten Ressourcen zu bieten.

Kämpferin, Fortnite, Szene
Frauen-Power bei Fortnite. (Bild: flickr.com)

 

Mit Bumble an Board könnte das Team, das aus den besten Fortnite Spielerinnen der Welt besteht, sich signifikant verbessern. Mueller fügte hinzu, sie sei bereits gespannt darauf, wie sich die eSports Welt für Frauen verändern werde.

Kristen “KittyPlays” Valnicek, die Managerin der New Gaming Initiatives bei GenG. und Mitglied von Team Bumble, sagte, dass jetzt eine wirklich schöne Zeit beginne, wenn zwei Unternehmen damit begännen, Frauen zu feiern, die Entwicklerinnen, Spielerinnen und Profi Gamerinnen seien.

 

Warum sind Frauen im professionellen eSports immer noch unterrepräsentiert?

Tim Sweeney, CEO von Epic Games, dem Entwickler des populären Spiels Fortnite, schätzt, dass der Frauenanteil der rund 250 Millionen Spielerinnen und Spieler rund 35 % ausmache.

Es liege daher nahe, dass zumindest eine Gamerin um den Hauptpreis in Höhe von 3 Millionen US-Dollar gekämpft haben müsse. Allerdings habe sich keine Spielerin qualifizieren können.

Insider sagen, dass die Gründe viel komplizierter seien. Fortnite-Spielerin Tina Perez, bekannt als TINARAES, sagte Anfang August dem amerikanischen Technikportal „The Verge“ gegenüber:

„Ein Grund dafür, dass Frauen nicht vertreten sind, ist, dass sie befürchten, schlecht abzuschneiden, nicht gut genug zu sein oder belästigt zu werden.“

Perez fügte hinzu, dass sie zu Beginn ihrer Karriere nie ein weibliches Vorbild aus der eSports Szene gehabt habe. Sie wolle jetzt dieses Vorbild für eSportlerinnen sein.

Dem schloss sich auch Gen.G CEO Chris Park an. Er sagte, die Gaming Community habe sich schon zu lange an Männern orientiert. Für Frauen sei die Branche daher eher unattraktiv gewesen. Gen.G wolle das nun ändern und Frauen dazu motivieren, Teil dieses Sports zu werden.