Download schlägt Hardware beim Kauf von Video- und PC-Spielen

Veröffentlicht am: 11. Juli 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Juli 2021, 03:04 Uhr.

Der deutsche Markt für E-Sport und Videospiele wächst und wandelt sich. Laut dem Verband der deutschen Games-Branche (game) zeichne sich seit 2020 ein neuer Trend ab: Immer mehr Spieler entschieden sich für den Download von Video- und PC-Spielen, statt die entsprechende Hardware zu erwerben.

Download Button Computer Bildschirm
Immer mehr Menschen in Deutschland kaufen Spiele per Download statt über Hardware. (Bild: Pixabay)

Zwar sei auch in den Vorjahren ein stetiger Anstieg von Downloads festgestellt worden, aber die im Zusammenhang mit der Corona-Krise erfolgten Ladenschließungen im letzten Jahr hätten vielen Spielern zum Teil keine Wahl gelassen. So seien 2020 erstmals 58 % aller Spiele per Download erworben worden.

Allerdings gebe es hier große Unterschiede zwischen PC-Spielen und Konsolenspielen. Während ganze 94 % der PC-Games per Download erstanden worden seien, liege der Anteil bei nur 35 % bei Spielen für PlayStation, Xbox und Switch. Letzteres sei dennoch merklich höher als 2019, als der Anteil bei 24 % gelegen habe.

In Bezug auf den Umsatz liege die Download-Sparte jedoch insgesamt noch bei weniger als der Hälfte (41 %). Allerdings sei auch hier ein starker Anstieg verzeichnet worden. So seien 2019 lediglich 33 % der Umsätze durch Downloads kostenpflichtiger Spiele generiert worden.

Im Jahr 2020 hätten die Einwohner Deutschlands insgesamt 8,5 Mrd. Euro für Computer- und Videospiele und die dazugehörige Hardware ausgegeben. Dies sei ein Anstieg um 32 % im Vergleich zum Jahr 2019. Die Ausgaben für Spielekonsolen, Gaming-PCs und Zubehör hätten 2020 bei 3,2 Mrd. Euro (+ 26 %) gelegen. Für die Spiele selbst, sowie für In-Game/App-Käufe, Abonnements und Gebühren hätten die Spieler 5,2 Mrd. Euro (+ 36 %) ausgegeben.

Wie bereit die Spieler dafür seien, Spiele per Download zu erwerben, hänge jedoch maßgeblich vom Preis des jeweiligen Spiels ab. So habe der Download-Anteil von Spielen unter 30 Euro bei 80 % gelegen. Je teurer ein Spiel jedoch sei, desto mehr bevorzugten es die Spieler, für ihr Geld einen tastbaren Gegenstand in den Händen zu halten.

Deutschland holt langsam auf

Im internationalen Vergleich habe die deutsche Games-Branche bislang hinter vielen anderen Nationen gelegen, so der Verband. Die Gründe dafür lägen insbesondere in der Politik und der mangelnden Förderung. Allerdings verbessere sich die Situation langsam, aber sicher. Game-Geschäftsführer Felix Falk kommentiert:

Der Games-Kauf per Download hat sich in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern langsamer etabliert. Internetanschlüsse mit zu wenig Bandbreite oder zahlreiche Geschäfte mit Games-Abteilungen – von Elektronikmärkten bis hin zu Drogerien – haben viele Spielerinnen und Spieler weiter zu Games auf Datenträgern greifen lassen.

Dass es sich lohne, die Branche zu fördern, sei jedoch mittlerweile auch in der Politik angenommen. So begrüße der Verband die jüngste Ankündigung der Regierung, die Gaming-Branche als wichtigen Wirtschaftsfaktor anzuerkennen und entsprechend zu würdigen und fördern.