Australien: Spielsüchtiger Kleinanzeigen-Betrüger verzockt 300.000 AUD mit Sportwetten

Veröffentlicht am: 6. Oktober 2020, 02:49 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. Oktober 2020, 02:49 Uhr.

Ein spielsüchtiger Australier (39) hat vor dem Wodonga County Court im Bundesstaat Victoria gestanden, Käufer auf dem Kleinanzeigen-Portal Gumtree um insgesamt 323.873 AUD (rund 196.000 Euro) betrogen zu haben. Wie australische Medien am heutigen Dienstag berichtet haben, habe der Angeklagte John Griffiths die Beute für Sportwetten und Pizza ausgegeben.

Australische Dollar-Scheine
Um mehr als 300.000 AUD hat der spielsüchtige Betrüger seine Opfer erleichtert (Flickr: „Money“ by Maestro_AU, licensed under CC BY 2.0)

Fast einhundert Geschädigte seien zwischen August 2013 und September 2019 in der Absicht, Griffiths Computer, Kameras und DJ-Ausstattungen abzukaufen, um ihr Geld erleichtert worden. Griffiths habe dazu Kleinanzeigen mit den Artikeln veröffentlicht, die Ware jedoch nie geliefert. So habe ihm etwa ein Mann 1.600 AUD für einen nicht existentes MacBook gegeben.

Vor Gericht habe Griffiths angegeben, seine Spielsucht mithilfe des erbeuteten Geldes finanziert zu haben. Sein Spielproblem sei entstanden, nachdem er bei seinem ersten Besuch im Crown Casino 10.000 AUD gewonnen habe.

Fälle von Spielsüchtigen, die aufgrund ihres Spielproblems kriminell werden, machen immer wieder Schlagzeilen. Im September wurde eine spielsüchtige Mutter im australischen Bundesstaat Queensland angeklagt, das Beerdigungsgeld ihres verunglückten Sohnes verspielt zu haben.

Zuvor war im Juli der Fall einer Spielsüchtigen bekannt geworden, die zur Finanzierung ihres Spielproblems Tinder-Dates um 790.000 AUD erleichtert haben soll. Zuletzt hat eine Studie der australischen Frauenschutzorganisation zudem einen Zusammenhang zwischen Spielsucht und häuslicher Gewalt [Seite auf Englisch] ermittelt.

Catch me if you can-Methoden

Einen Zusammenhang zwischen den Betrugsfällen habe die Polizei erst im Jahr 2018 ziehen können, so die Leiterin der Untersuchungen, Sarah Patrick. Durch eine Verbindung, die zwischen einer der von Griffiths genutzten Telefonnummern und Adressen hergestellt werden konnte, sei es im Dezember 2019 schließlich zur Verhaftung gekommen.

Zur Verschleierung seiner Aktivitäten habe der Angeklagte mehrfach seine Adresse sowie seinen Namen geändert. So habe er für jede Transaktion einen neuen Gumtree-Account eröffnet. Zusätzlich habe er virtuelle Kreditkarten, verschiedene Telefonnummern und die Namen und Konten von Verwandten genutzt.

Zudem sei der Arbeitslose in der betreffenden Zeit zwischen den Bundestaaten New South Wales, Northern Territory, Victoria und South Australia umhergezogen. Dadurch sei es ihm gelungen, sich vor der Polizei zu verstecken.

Im Vorfeld seiner Kleinanzeigen-Betrügereien habe Griffiths bereits eine Gefängnisstrafe verbüßt. Erst im Jahr 2013 sei er aus dem Gefängnis entlassen worden.

Vor Gericht habe Griffiths angegeben, seine Opfer entschädigen zu wollen. Das Urteil werde am Donnerstag erwartet.