Betrug: Spielsüchtige Hochzeitsplanerin verdirbt 24 Brautpaaren die Hochzeit

Veröffentlicht am: 6. Juli 2021, 01:03 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. Juli 2021, 03:46 Uhr.

Eine betrügerische Hochzeitsplanerin mit Glücksspielproblemen muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Dies entschied am gestrigen Montag ein Gericht im englischen Hull. Die 44-jährige Dana T. hatte zuvor zugegeben, ihre Opfer, darunter 24 Brautpaare, um insgesamt rund 83.000 Euro betrogen zu haben. Das Geld war ins Glücksspiel geflossen.

Hochzeitspaar hält sich an den Händen
Die Hochzeitsplanerin betrog mindestens 24 Brautpaare (Quelle: unsplash.com/Sofia Hernandez)

„Herzlose Hochzeitsplanerin“

Gemeinhin gilt die Hochzeit als einer der schönsten Tage des Lebens. Für zwei Dutzend Paare aus England wurden die Vorbereitungen zur Eheschließung jedoch zum Albtraum:

Statt wie versprochen für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, nutzte Hochzeitsplanerin Dana T. die gezahlten Gelder, um ihre Spielsucht zu finanzieren. Im gestern zu Ende gegangenen Prozess hatte die Britin zugegeben, nie vorgehabt zu haben, die fraglichen Leistungen zu erbringen.

Vor der Urteilsverkündung am Hull Crown Court hatte die Staatsanwaltschaft erneut den Fokus auf die Verwerflichkeit der Taten gelegt [Seite auf Englisch]. So habe die Angeklagte die Brautpaare absichtlich um ihr für die Hochzeit angespartes Geld gebracht. Einige der Opfer seien anschließend nicht in der Lage gewesen, für die Dienstleistungen aufzukommen, für die sie Dana T. bereits bezahlt hatten.

In einem Opfer-Statement hieß es unter anderem:

Mir fehlen einfach die Worte, um zu beschreiben, wie jemand mit auch nur einem Ansatz von Moral einem anderen so etwas antun kann. Ich kann einfach nicht glauben, dass jemand so herzlos sein kann.

Hochzeitsplanerin ghostet Brautpaare

Die Ermittlungen gegen Dana T. waren 2019 aufgenommen worden, nachdem sich immer mehr Paare und Dienstleister wegen der betrügerischen Hochzeitplanerin an die Polizei gewandt hatten.

Wahlweise waren entgegen der Absprachen keine Vorbereitungen getroffen oder die Dienstleister nicht bezahlt worden. Kurz vor den Terminen, und somit dem Auffliegen des Betrugs, hatte sich Dana T. jeweils aufgrund angeblicher Notfälle entschuldigt. In der Folge war sie nicht mehr auffindbar gewesen.

Auch ein Mann, den Dana T. über Tinder kennengelernt hatte, wurde zum Opfer. Binnen weniger Monate hatte die Britin Nigel W. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht, ihr rund 42.000 GBP (rund 58.000 Euro) zu überlassen.

Unter anderem hatte sie ihm weisgemacht, finanzielle Unterstützung beim Ausstieg aus einer Situation häuslicher Gewalt und bei der Finanzierung eines Grabsteins für ihre angeblich verstorbenen Mutter zu benötigen. Letztlich, so hörte es das Gericht, habe die Betrügerin Nigel T. an den Rand des Ruins gebracht.

Nach dem Schuldspruch, bei dem das Gericht die Hochzeitsplanerin zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilte, zeigten sich viele der Anwesenden erleichtert. Darunter auch der getrenntlebende Ehemann von Dana T.

Er war zeitweise unter Verdacht geraten, an den Betrügereien beteiligt gewesen zu sein, konnte jedoch vollständig entlastet werden. Sowohl die Taten als auch der Charakter seiner Noch-Ehefrau, so Carl T., seien als nicht anderes als bösartig zu beschreiben.