Neue Kampagne soll Schweizer Jugend über die Risiken des Online Glücksspiels aufklären

Veröffentlicht am: 13. Februar 2020, 03:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Februar 2020, 03:04 Uhr.

Die gemeinnützige Schweizer Organisation „Gesundheitsförderung Wallis“ hat im Rahmen der diesjährigen Berufs- und Ausbildungsmesse Your Challenge 2020 in Martigny eine Kampagne zur Sensibilisierung Jugendlicher gegenüber Spielsucht ins Leben gerufen.

Zwei Jugendliche am Smartphone
Neue Kampagne soll Jugendliche über die Gefahren des Online Glücksspiels aufklären (Bild: PxHere/CC0 Public Domain)

Die Aktion, die am Dienstag startete, soll Jugendliche insbesondere über die potenziellen Risiken des Online Glücksspiels aufklären.

Ein für Jugendliche attraktiv gestalteter Informationsstand und animierte Filme sollen möglichst viele der 19.000 erwarteten Messebesucher auf das Thema aufmerksam machen.

Jugendliche besonders gefährdet

Die Aufklärungskampagne steht dabei in diesem Jahr unter zwei Mottos:

  • Online – es braucht nur wenig, um süchtig zu werden

           (En ligne – pas besoin de miser gros pour devenir accros)

  • Online – Gratisspiele können ganz schön teuer werden

          (En ligne – les jeux gratuits peuvent te coûter cher)

Den Jugendlichen soll vermittelt werden, dass eine Spielsucht sich schneller manifestieren kann, als viele erwarten würden. Laut der Gesundheitsförderung Wallis seien gerade Kinder und Jugendliche besonders gefährdet, schon nach wenigen Wetten mit kleinen Einsätzen ein Gefühl der Abhängigkeit zu entwickeln.

Daher sollen die Jugendlichen auch vor vermeintlich kostenlosen Lockangeboten gewarnt werden, die oft der Ursprung späterer und langfristiger Probleme sein könnten.

Laut einer Studie über problematisches Spielverhalten, durchgeführt im Schweizer Kanton Freiburg, beteiligen sich 5 % aller Minderjährigen am Glücksspiel. 3,5 % zählten dabei zu Risikospielern und bei 1,5 % liege bereits ein Spielsuchtproblem vor.

Nach Ansicht der Gesundheitsförderung Wallis seien junge Auszubildende, die erstmals über ein eigenes Gehalt verfügten, besonders gefährdet, dem Online Glücksspiel zu verfallen.

Das Team am Messestand informiert daher auch über das Thema Bankroll-Management. Junge Menschen, die in Maßen Online Glücksspiele genießen, sollten ihre monatlichen Ausgaben dafür genauestens festsetzen und im Blick behalten.

Vorsicht vor Werbung und Influencern

Eine große Gefahr sehe die Organisation vor allem auch in der heutigen Glücksspielwerbung. Trotz der Richtlinien zum Jugendschutz ziele diese ganz besonders auf junge und technologisierte Menschen ab.

Durch überzeugende Werbestrategien werden glanzvolle Gewinne, Boni und Extraspiele vermittelt und es besteht ein aggressives System aus Push-Benachrichtigungen. All das nur zu dem Zweck, junge Menschen zu verleiten und ihr Spielverhalten zu beeinflussen.

Jugendliche seien darüber hinaus mit noch einem weiteren spezifischen Problem konfrontiert, welches auf ältere Spieler weniger zutreffe: Influencer, Blogger und YouTuber, die direkt oder indirekt für das Online Glücksspiel werben.

Noch bis Sonntag können sich die Messebesucher über diesen und weitere Aspekte des Online Glücksspiels informieren.