Schwedens Glücksspiel­verband: Restriktionen führen zur Verunsicherung

Veröffentlicht am: 14. Juli 2020, 11:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. Juli 2020, 01:24 Uhr.

Der schwedische Branchenverband für Online-Glücksspiel (BOS) hat am Montag eine erste Zwischenbilanz über die seit dem 2. Juli geltenden temporären Online-Casino-Restriktionen gezogen. Wie der Verband in seiner jüngsten Pressemitteilung erklärt [Seite auf Schwedisch], sorgten die neuen Regelungen für Chaos und Verunsicherung in der gesamten Branche.

Smarphone mit Online-Casinospielen
Sorgen die temporären Online-Casino-Restriktionen für Verunsicherung? (Bild: Pixabay/AidanHowe)

Bereits zwei Wochen nach Inkrafttreten der Spielerschutz-Verordnung habe sich gezeigt, dass die Glücksspielanbieter die geforderten Spielerschutzmaßnahmen unterschiedlich interpretierten und umsetzten.

Diese augenscheinliche Willkür sorge dafür, dass auch die Spieler sich verunsichert fühlten. Dadurch steige das Risiko, dass mehr Kunden auf nicht lizenzierte Angebote zurückgriffen, wo sie nicht den bestmöglichen Spielerschutz erhielten.

Am 23. April hatte Schwedens Sozialversicherungsminister Ardalan Shekarabi angekündigt, das Online-Glücksspiel-Gesetz ab Juli temporär zu verschärfen, um Spieler während der Corona-Krise vor exzessivem Online-Glücksspiel zu schützen. Daher gelten derzeit niedrigere Einsatzlimits, Bonusbeschränkungen und Zeitlimits. Im Mai entschied die Regierung jedoch, dass die Regelungen nur für Online-Casinos, nicht aber die staatlichen Anbieter von Sport- und Pferdewetten gelten sollen.

Insbesondere die Ausnahmeregelung für Sport- und Pferdewetten habe für Verunsicherung unter den Anbietern gesorgt. So sei nicht ausreichend klar formuliert worden, ob und wie Glücksspiel-Anbieter, die beispielsweise Online-Casino-Spiele und Sportwetten anböten, die Regeln umzusetzen hätten.

Der Branchenverband habe sich diesbezüglich mit den Anwälten einiger Glücksspielunternehmen besprochen. Diese hätten bestätigt, dass die Verordnung „unvollendet und schlecht“ formuliert worden sei.

Auch habe die Regierung versäumt, die eingeführten Maßnahmen mit „fundierten Fakten“ zu begründen und im Vorfeld keine „gründliche Folgenabschätzung“ durchgeführt.

Glücksspielaufsicht zur Klärung gebeten

BOS appelliere daher jetzt an die Glücksspielaufsicht Spelinspektionen, die von der Regierung geforderten Maßnahmen ihrerseits klar zu formulieren, um die Unsicherheit unter den Anbietern zu beseitigen.

So liege es in der Verantwortung der Spelinspektionen, dafür Sorge zu tragen, dass sich ihre Lizenznehmer an die geltenden Gesetze hielten. Gustaf Hoffstedt, der Generaldirektor des Verbandes, sagt:

Wir beneiden die schwedische Glücksspielaufsicht nicht, zumal sie selbst die Änderungen nicht unterstützt hatte, aber leider ist es jetzt ihre Aufgabe, schnellstmöglich zu klären, welche Regelungen in Bezug auf die Einzahlungslimits gelten.

Durch die Unsicherheit und den Interpretationsspielraum riskierten zahlreiche Glücksspielfirmen, mit hohen Geldstrafen abgemahnt zu werden.

Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass der Markt sich in die Zeit vor Inkrafttreten des Glücksspielgesetzes von 2019 zurückentwickeln könnte. Das Ziel des Spielerschutzes werde damit eindeutig verfehlt.