Schweden plant Verbot von Wetten auf Regelverstöße im Sport

Veröffentlicht am: 15. Januar 2020, 07:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Januar 2020, 07:12 Uhr.

Die schwedische Wettaufsichtsbehörde Spelinspektionen hat dem Parlament eine neue Änderung der Glücksspielgesetze vorgelegt. Regelverletzungen wie gelbe Karten im Fußball wären nach den neuen Regeln als Wettangebot verboten.

Schiedsrichter mit gelber Karte
Schweden will Wetten auf gelbe Karten verbieten (Bild: Wikipedia.org, Autor: D@LY3D)

Der Regulierungsentwurf soll Anti-Spielmanipulationskontrollen verbessern, indem potentielle Belohnungen für Sportler, das Spiel mit ihrem Verhalten zu manipulieren, entfernt werden. Das Wetten auf bestimmte Vorfälle und Strafen wie Karten und Elfmeter wäre damit unmöglich.

Am 1. Januar 2019 hat Schweden neue Gesetze verabschiedet, die das staatliche Online-Wettmonopol beenden. Der Markt ist jetzt offen für private Unternehmen. Vorher war die sich im Staatsbesitz befindliche Svenska Spel die einzig legale Möglichkeit für das Glücksspiel im Internet. Viele Firmen ignorierten das Gesetz und erhielten hohe Strafen.

Eine Beratungssitzung für den Entwurf ist geplant. Die Einschränkung ist nur eine von drei neuen Gesetzen, mit denen die Behörde Wettbedingungen verbessern (Seite auf Englisch) will.

Die Gesetzgebung soll auch Wetten verbieten, die auf einen Gewinn oder Verlust eines Teams oder Sportlers zielen. Außerdem sollen Quoten auf Einzelleistungen von Athleten unter 18 unterbunden werden.

Die neuen Regeln unterscheiden sich erheblich von den ursprünglichen Plänen der Wettaufseher. Es waren stärkere Einschränkungen vorgesehen sowie ein Verzeichnis aller Wettbewerbe und Casinoveranstaltungen.

Wettverbände positionieren sich gegen die Gesetzgebung

Branschföreningen för Onlinespel (BOS), der schwedische Wettanbieterverband, ist der Meinung, dass Behörden ihre Fähigkeit verlieren würden, verdächtige Wetten und Spielmanipulation zu überwachen, indem diese Aktivitäten aus dem regulierten Markt verbannt würden.

„Es ist natürlich bedauerlich, der Dekriminalisierung von Sportveranstaltungsmanipulation die Tür zu öffnen. Spelinspektionen sollte stattdessen vor Sportbetrug und vor diesen Chancen, Spielmanipulation zu begehen, schützen“

sagt BOS-Generalsekretär Gustaf Hoffstedt.

Bis zum 14. Februar dieses Jahres findet die Beratung über die neuen Gesetze statt. Im Nachhinein werden Änderungsvorschläge und Beschwerden von Spelinspektionen ausgewertet und besprochen.

Auch die International Betting Integrity Association äußerte sich skeptisch zu den Regulierungsvorschlägen. CEO Khalid Ali sagte, obwohl die Vereinigung bereit sei, mit Gesetzgebern zusammenzuarbeiten, sei es schwierig zu beurteilen, inwiefern die neuen Gesetze gerechtfertigt oder effektiv seien.

Die neuen Einschränkungen würden auch dazu führen, dass schwedische Verbraucher weniger Zugang zu regulierten Produkten hätten und letztendlich das Ziel, Spielern attraktive legale Wettmodelle zu bieten, verfehlen.

Der Onlinewettverband und die Gesetzgeber gerieten 2019 häufig aneinander – im ersten Jahr des privatisierten Wettmarktes in Schwedens.