Gegen Clan-Kriminalität in NRW: Polizei-Razzia in Spiel­hallen und Shisha-Bars

Veröffentlicht am: 19. August 2021, 11:27 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. August 2021, 12:20 Uhr.

Im Mühlheim hat die Polizei am Mittwochabend einen umfassenden Schlag gegen die Clan-Kriminalität durchgeführt. Bei der Razzia in der nordrhein-westfälischen Stadt stürmten rund 150 Einsatzkräfte zahlreiche Spielhallen, Shisha-Bars und gastronomische Betriebe.

Polizeiwagen
Die Polizei schlug mit einem Großaufgebot zu (Symbolbild: Pixabay/Stephan Wusowski)

Medienangaben zufolge habe die Groß-Razzia gegen 19.00 begonnen, als die Beamten zahlreiche Gewerbeobjekte stürmten. Unterstützt worden seien die 150 Polizisten von etwa 25 Beamten des Ordnungsamtes sowie des städtischen Fachbereichs Finanzen.

Polizeisprecherin Sandra Steinbrock erklärte zum Ziel der polizeilichen Maßnahme:

Uns geht es darum, starke Präsenz zu zeigen und den Menschen zu vermitteln, dass wir an diesem Thema dran sind.

Nachdem in letzter Zeit eine Reihe von Kontrollen in Essen durchgeführt worden seien, hätten die Beamten nun den Einsatzschwerpunkt auf Mühlheim gelegt.

Nur mäßige Ausbeute?

So spektakulär der Einsatz der vielen Einsatzkräfte bei der Razzia gewesen sein mag, so gering ist die bisher in Medien gemeldete Ausbeute. So berichtet die Zeitung Der Westen, dass in den kontrollierten Betrieben lediglich ein illegaler Spielautomat sichergestellt worden sei.

Darüber hinaus hätten die Beamten vier weitere Glücksspielautomaten versiegelt, da deren Software nicht habe ausgelesen werden können. Die betroffenen Betreiber müssten sich nun einem Ordnungswidrigkeitsverfahren stellen.

In NRW steht die Bekämpfung der Clan-Kriminalität nach Angaben der Landesregierung auch in diesem Jahr im Fokus der polizeilichen Aufgaben. Der gesteigerte Verfolgungsdruck habe im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Beamten bei Hunderten von Kontrollen Dutzende Verhaftungen und viele hundert Beschlagnahmungen veranlasst hätten. Im Zentrum der Ermittlungen gegen Clan-Kriminelle hätten die Städte Dortmund und Essen gestanden. NRW-Innenminister Herbert Reul kündigte bereits an, die 2019 erlassene “Strategie der 1.000 Nadelstiche” weiter fortzuführen.

Neben der Fahndung nach illegalem Glücksspiel habe die Kontrolle von Shisha-Bars einen weiteren Schwerpunkt der Aktion gebildet. Dabei seien Vorgaben des Nichtraucher- und Jugendschutzgesetzes sowie die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung kontrolliert worden.

Da in den Betrieben in der Vergangenheit vielfach Verstöße festgestellt worden seien, habe man in den Räumlichkeiten CO-Messungen durchgeführt. Über das Ergebnis der Messungen und ob beim Einsatz neue Verstöße entdeckt worden seien, machte die Polizei bislang keine Angaben. Es wurde jedoch angekündigt, dass zeitnah eine vollständige Einsatzbilanz veröffentlicht werden solle.