Glücksspielsucht: Bayern startet Online-Beratung PlayChange

Veröffentlicht am: 13. Juli 2020, 12:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Juli 2020, 12:12 Uhr.

Von Glücksspielsucht betroffene Bayern können bald die Online-Suchtberatung PlayChange nutzen. Das Projekt ist eine Initiative der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) und des Gesundheits- und Pflegeministeriums Bayern und soll am 15. Juli online gehen.

Mann mit Smartphone
PlayChange sollen Spieler bequem über das Smartphone nutzen können. (Pixabay)

Wie das Nachrichtenportal Heise am Sonntag berichtet hat, sollen Spieler über das Portal „schnell und anonym Hilfe bekommen“.

Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege litten geschätzte 70.000 Personen in Bayern unter einem problematischen Spielverhalten. 33.000 Menschen litten unter einer pathologischen Form der Glücksspielsucht.

Gegen die Tabuisierung der Glücksspielsucht

Laut Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) soll PlayChange die Möglichkeit bieten, gegen die Tabuisierung der Glücksspielsucht vorzugehen. In einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung erklärte sie:

Für Glücksspielsüchtige – oder ihre Angehörigen – ist es oftmals eine große Hürde, sich professionelle Unterstützung zu suchen, denn nicht selten schämen sich die Betroffenen für die Krankheit. PlayChange soll helfen, diese Hürde zu überwinden. Der Nutzer kann sich anonym registrieren und dann per E-Mail, Messenger oder Chat einen Berater kontaktieren. Auch Telefontermine können über PlayChange vereinbart werden.

Insgesamt habe die Entwicklung des Programmes 36.000 Euro gekostet und etwa ein Jahr gedauert. Genutzt werden könne es per App oder PC.

PlayChange sei der Versuch, konventionellen Suchthilfeprogrammen eine technologische Unterstützung zu bieten. Bayern müsse, so Huml, verstärkt digitale Angebote schaffen. Der Freistaat wolle in der „in der digitalen Suchtberatung und -prävention eine Vorreiterrolle einnehmen.”

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Vorbild?

Obgleich sich Bayern mit dem Projekt PlayChange als Vorreiter der digitalen Suchtbehandlung etablieren möchte, haben andere Behörden diesen Weg schon länger eingeschlagen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zusammen mit den Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) das Beratungsprogramm „Check dein Spiel“ aufgebaut.

Spieler, die das Glücksspiel aufgeben wollen, werden bei dem Programm über vier Wochen von Profis begleitet. Die Anmeldung erfolgt anonym und kostenlos online.