PartypokerTV plant Dokumentarfilm über David „Devilfish“ Ulliott

Veröffentlicht am: 12. Januar 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Januar 2019, 11:11 Uhr.

David „Devilfish“ Ulliott aus Großbritannien gehörte zu den bekanntesten professionellen Pokerspielern Europas. Er war eine schillernde Persönlichkeit, die als rüpelhaft und unbeherrscht, aber auch als liebenswert und unterhaltsam galt.

David „Devilfish“ Ulliott
Doku über David „Devilfish“ Ulliott geplant. (Bild: youtube.com)

Noch im Laufe dieses Monats soll auf PartypokerTV eine Dokumentation über das Leben des britischen Pokerspielers ausgestrahlt werden.

Ende Dezember 2018 veröffentlichte Partypoker einen Teaser auf YouTube, in denen einige Spieler ihre Erinnerungen und einige Anekdoten zum Besten gaben, die sie mit dem britischen Pokerspieler verbanden. Dazu gehören unter anderem Barny Boatman von The Hendon Mob, Simon Trumper und Marcel Luske.

Zwischendurch werden immer wieder Ausschnitte aus verschiedenen Situationen mit Devilfish gezeigt, wo dieser sich am wohlsten fühlte, nämlich am Pokertisch mit seinen beiden Markenzeichen: der orangefarbenen Sonnenbrille und den großen Ringen mit den eingravierten Worten „Devil“ und „Fish“.

Der Teaser [Video auf Englisch] zeigt einige Sequenzen mit David „Devilfish“ Ulliott am Pokertisch:

Vom Knast an den Pokertisch: Das Leben des David Ulliott

David Ulliott wurde am 1. April 1954 in Hull geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mit 15 brach er die Schule ohne Abschluss ab, arbeitete bei einem Fabrikanten für Trophäen und entdeckte seine Leidenschaft für Pferdewetten, die ihn seine Anstellung kostete, weil er die Nachmittage auf der Rennbahn verbrachte.

Wegen Einbruchs und Raubüberfalls verbüßte er später mehrere Haftstrafen. Zwischendurch arbeitete er als Türsteher, Boxer, Pfandleiher und Glücksspieler, bevor er regelmäßig an illegalen Pokerturnieren teilnahm.

David "Devilfish" Ulliot
Die Sonnenbrille war Devilfishs Markenzeichen. (Bild: youtube.com)

Er soll immer eine geladene Waffe mit sich geführt haben, da er sich nie sicher sein konnte, das Pokerspiel unversehrt zu verlassen, nachdem er gewonnen hatte.

Den ersten offiziellen Pokergewinn generierte Ulliott im Jahre 1993. Nach diesem Erfolg arbeitete Devilfish an der Perfektionierung seines Turnierspiels. Bis 1996 schaffte er es, 100.000 Pfund Sterling in mehreren Turnieren in Europa zu gewinnen. Dann machte er sich auf den Weg nach Las Vegas.

1997 nahm er an der WSOP teil und gewann das erste von sechs goldenen Bracelets. Er nahm auch weiterhin an privaten Pokerrunden teil und saß mit bekannten Größen aus Hollywood wie Jennifer Tilly, Matt Damon, James Woods und Ben Affleck an den Spieltischen.

Ulliotts Ruhm als Pokerspieler [Seite auf Englisch] erreichte auch Großbritannien. Aufgrund seines Charismas und seinem Bild als archetypischer und aggressiver Pokerspieler wurde die Wiederinbetriebnahme von Late Night Poker entschieden.

Late Night Poker

Late Night Poker war eine Fernsehserie aus Großbritannien, die um die Jahrtausendwende, als das Pokerspiel boomte, sehr populär war. 32 Spieler traten gegeneinander an, um einen Preis von 150.000 US Dollar zu gewinnen. Kameras unter dem Spieltisch zeigten die Hände der Spieler. Kommentiert wurde die Sendung von Victoria Cohen und James Akenhead.

Unter den Top Spielern befanden sich unter anderem Liv Boeree, Jake Cody, Fames Bord, Peter Costa, John Duthie und natürlich David „Devilfish“ Ulliott, der die Ausgabe im Jahre 1999 gewann und zum Vorbild vieler junger Spieler in Großbritannien wurde.

Die Autobiographie von David „Devilfish“ Ulliott

Devilfish Autobiographie
Devilfish schrieb seine Autobiographie. (Bild: Amazon)

Devilfish veröffentlichte im Jahre 2011 seine Autobiographie unter dem Titel „Devilfish: The Life & Times of a Poker Legend“, in der der britische Poker Pro seine Geschichte erzählte, wie er es schaffte, von der Gefängniszelle zu den Penthäusern in Las Vegas aufzusteigen. Devilfish lädt in diesem Buch die Leser dazu ein, mit ihm am Spieltisch Platz zu nehmen.

Ulliott erzählt in seinem Buch auch von seinen frühen Jahren, als er in seinem Heimatort Hull aufwuchs, von seiner Zeit im Gefängnis und wie er am Pokertisch schließlich zu seiner wahren Berufung fand.

Er erzählt von Bandenkämpfen, wie er an einem Tag 700.000 US Dollar verlor und wie er sein Bracelet bei der World Series of Poker in Las Vegas gewann. Er wusste, was es bedeutet zu verlieren, aber auch wie man sich fühlt, wenn man den ganz großen Gewinn macht.

Der Guardian schreibt dazu:

„Das ist die vollständige Lebensgeschichte des Fisches aus seinem eigenen Mund: seine Witze, seine frechen Bemerkungen und detaillierten Enthüllungen seiner kriminellen Vergangenheit. Umfassend, witzig, nordisch und poetisch. Ein meisterhafter Geschichtenerzähler.“

Der Daily Star schreibt:

„Sagen Sie Ihre Pläne fürs Wochenende ab und tun Sie sich selbst einen Gefallen. Lesen Sie das. Devilfish ist wahnsinnig witzig, mutig wie ein Löwe, verrückt und ein absolut faszinierender Geschichtenerzähler.“

Devilfish verstarb mit 61

Im Februar 2015 diagnostizierten die Ärzte Krebs. Im März verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand, so dass er sich aus der Pokerszene zurückziehen musste. Er habe seinen Aussagen zufolge Zeit mit seiner Familie in Hull verbringen wollen, in der Hoffnung, dass sich sein Zustand verbessern würde.

In einem Interview am 1. April, kurz vor seinem Tode, sagte er der Hull Daily Mail:

„Das ist so eine Hand, die das Leben an mich verteilt hat. Mein ganzes Leben lang hatte ich schlechte Hände und ich habe es dennoch geschafft, sie zu gewinnen. Darin bin ich gut.“

Diesmal sollte Ulliott nicht die Winning Hand halten. Am Montag, den 6. April 2015, verstarb die britische Pokerlegende. Ulliott hinterließ seine Frau Anpaktita und acht Kinder. Wie sein Sohn David auf Twitter bekanntgab, sei er friedlich im Kreise seiner Familie verstorben.

Devilfish wurde nach seinem Tod in die Poker Hall of Fame [Seite auf Englisch] aufgenommen. Mit dem Ableben von Dave Ulliott hat die Pokergemeinschaft einen weiteren Spieler verloren, der die letzten zwei Jahrzehnte der Pokergeschichte bereicherte und der vielen, die ihn kannten, in Erinnerung bleiben wird.