Spielbanken Lugano und Genf vor Eintritt in den Schweizer Online-Markt

Veröffentlicht am: 30. April 2020, 01:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 30. April 2020, 01:18 Uhr.

Die Spielbanken Lugano und Genf dürfen ihr Angebot nun auch online betreiben. Dies entschied gestern der Schweizer Bundesrat. Bevor die neuen Online-Casinos freigeschaltet werden können, muss das jeweilige Spielangebot noch von der zuständigen Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) geprüft werden.

Bundeshaus Schweiz
Der Bundesrat erteilte den Casinos Lugano und Genf gestern die Erlaubnis zum Betrieb von Online-Casinos in der Schweiz (Quelle:pixabay.com/b1-foto)

Schweizer Markt für Online-Glücksspiel wächst

In der Schweiz stehen zwei neue Online-Casinos in den Startlöchern. Wie die Glücksspielaufsicht ESBK bekanntgab, hat der Bundesrat den Gesuchen um eine Lizenzerweiterung der Casinos Lugano SA und du Lac Meyrin SA gestern stattgegeben. Damit sind nun acht der 21 Spielbanken der Schweiz im Besitz der Erlaubnis, Spiele auch im Internet anzubieten.

Bis zur Inbetriebnahme der Seiten aus Lugano und Genf könnte jedoch noch Zeit vergehen, da die Spielangebote nach der Freigabe durch den Bundesrat noch eine Prüfung durch die ESBK unterlaufen müssen.

Der französische Glücksspielkonzern Groupe Partouche, der das Genfer Casino du Lac Meyrin betreibt, hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, die Inhalte seiner Schweizer Online-Präsenz in Zusammenarbeit mit Softwareanbieter iSoftBet betreiben zu wollen. Im Bereich der Live-Casino-Angebote setzt das Unternehmen auf die Expertise von Branchenriesen Evolution Gaming.

Insbesondere vor dem Hintergrund der noch mindestens bis zum 7. Juni 2020 andauernden Schließung der Schweizer Spielbanken dürften die Betreiber auf eine zügige Freigabe der Online-Casinos durch die ESBK hoffen.

Online-Casinos keine Allheilmittel für Schweizer Spielbanken

Ein „Allheilmittel“ gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen böten die Online-Casinos jedoch nicht, erklärte am Wochenende der CEO des Grand Casino Luzern, Wolfgang Bliem, zur Entwicklung der Seite mycasino.ch:

Die Überschneidungen zwischen den landbasierten Casinos und den Online-Casinos sind geringer als erwartet und daher hat sich die Schließung der Casinos ausgewirkt, aber nicht im überdurchschnittlichen Ausmaß. Das Online-Casino kompensiert einen Teil des normalen Casino-Betriebes, kann aber den Wegfall des landbasierten Casino-Betriebes und der Gastronomie nicht ersetzen.

Ähnlich äußerte sich auch Mitbewerber Grand Casino Baden. Detlef Brose, Geschäftsführer der Gruppe, die die Spielbanken in Baden und Davos und somit auch deren Internet-Auftritte betreibt, erklärte, positive Umsatzentwicklungen im Online-Geschäft zu verzeichnen. Letztlich liege das Unternehmen aber unter den im Gesamtbudget verankerten Zielen.