Glücksspiel in Australien: Ein Rückblick auf 2020

Veröffentlicht am: 31. Dezember 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Dezember 2020, 02:59 Uhr.

In Australien und Neuseeland waren die Glücksspiel-Nachrichten in diesem Jahr stark vom Crown-Skandal geprägt und auch die weltweite Corona-Pandemie zeigte ihre Auswirkungen auf den australischen Glücksspielsektor. Sie hat vor allem dazu geführt, dass die Forderungen nach strengeren Richtlinien für die Nutzung der Spielautomaten, „Pokies“ genannt, lauter werden.

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In Australien werden Forderungen nach stärkeren Beschränkungen für Spielautomaten lauter. (Bild: Flickr/Michael Coghlan, CC BY-SA 2.0)

ACMA: Illegale Online-Glücksspiel-Seiten im Fokus

Im November des Jahres 2019 hatte die australische Medienaufsicht ACMA (Australian Communications and Media Authority) angekündigt, ihren Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel verschärfen zu wollen. Die Webseiten illegaler Glücksspielanbieter sollten künftig blockiert und auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Berechtigt ist die ACMA hierfür durch das australische Telekommunikationsgesetz.

Im Jahr 2020 setzte die ACMA dieses im Vorjahr begonnene Vorhaben verstärkt durch. Bereits im Januar forderte sie die australischen Internet-Provider auf, neun Glückspiel-Webseiten zu blockieren. Im Laufe des Jahres sollten viele weitere folgen.

Bis August 2020 stieg die Liste der blockierten Online-Glücksspiel-Seiten auf 92 an. 38 Webseiten waren bis dato im aktuellen Jahr blockiert worden. Wann immer ein Nutzer versucht, auf eine blockierte Webseite zuzugreifen, erscheint ein Pop-up-Fenster, das den User auf die ACMA-Webseite weiterleitet. Hier steht Spielern eine Liste mit allen in Australien lizenzierten Anbietern zur Verfügung.

Zum Ende des Jahres ist die Blacklist [Seite auf Englisch] der ACMA auf über 200 blockierte Webseiten angewachsen.

Pokies – steigende Gewinne trotz Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie und des dadurch bedingten Lockdowns blieben Spielhallen und Bars mit Spielautomaten auch in Australien im Frühjahr wochenlang geschlossen. Die Folge war zunächst ein deutliches Umsatzminus.

Ende September meldete zum Beispiel die für New South Wales zuständige Glücksspielaufsicht Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA), dass die Anzahl der Spielautomaten, die sich im Betrieb befänden, um 870 zurückgegangen sei. Der Nettogewinn aus den Spielautomaten sei um mehr als 35 Prozent zurückgegangen.

Dies änderte sich allerdings schlagartig mit der erneuten Inbetriebnahme der „Pokies“ am 1. Juni. Wie Zahlen der ILGA von Anfang Dezember zeigen, stiegen die Bruttospieleeinnahmen aus den Pokies um rund 402 Mio. AUD und somit um rund 10 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2019.

Nach Aussagen des Vorsitzenden der ILGA, Philip Crawford, seien die gestiegenen Umsätze ein Zeichen dafür, dass die Spielautomaten von Kriminellen zur Geldwäsche genutzt würden:

Spielautomaten werden gezielt von kriminellen Elementen genutzt, weil sie eine einfache und kostengünstige Möglichkeit zur Geldwäsche darstellen, indem Bargeld durch einen Automaten gewaschen wird.

Einen Weg, dies zu vereiteln, sei die Einführung einer Glücksspielkarte. Auf diese, so der Vorschlag, könnten Spieler Geld einzahlen und Geldflüsse nachvollziehbar machen.

Ob eine solche Glücksspielkarte tatsächlich zur Realität werden könnte, werden die nächsten Monate zeigen.