Zwei weitere Schweizer Casinos dürfen Online Glücksspiele anbieten

Veröffentlicht am: 21. November 2019, 12:44 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. November 2019, 12:44 Uhr.

Am Mittwoch hat der Schweizer Bundesrat die Konzessionen der Spielbanken in Bern und Interlaken auf die legale Durchführung von Online Glücksspielen ausgeweitet.

Casino Interlaken
Auch das Casino Interlaken darf bald ein Online Casino betreiben (Bild: Wikimedia/ Dietrich Michael Weidmann)

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) prüft nun das geplante Spielangebot, um anschließend die nötigen Spielbewilligungen zu erteilen. Unter welchem Namen die neuen Online Casinos operieren werden, ist noch nicht bekannt.

Das legale Angebot wächst

Mit dem neuen Geldspielgesetz, welches am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist, hat die Schweiz erstmals in der Geschichte die Weichen für das legale Online Glücksspiel gestellt.

Das Gesetz legt allerdings fest, dass es lediglich den 21 konzessionierten Spielbanken des Landes vorbehalten ist, zusätzlich zu ihrem landbasierten Glücksspielangebot auch eine Online Casino Webseite zu betreiben.

Sowohl das Grand Casino Bern als auch das Casino Interlaken haben gestern die dafür nötige Konzessionserweiterung erhalten. Damit dürfen künftig bereits sechs der Schweizer Spielbanken Online Glücksspiele anbieten.

Gran Casino Bern im Kursaal
Gran Casino Bern als künftiger Konzessionsinhaber für Online Glücksspiele (Bild: Wikipedia/ Urheber:
Kongress + Kursaal Bern AG)

Bevor die zwei neuen Online Casinos eröffnet werden, muss die ESBK das Casinoangebot prüfen. Die Behörde muss dabei jedes einzelne Spiel auf dessen Legalität und Eignung prüfen.

Spiele müssen beispielsweise mit Zufallsgeneratoren ausgestattet sein, um Fairness gegenüber allen Spielern zu garantieren. Auch darf der Hausvorteil des Casinos nicht ungewöhnlich hoch sein.

Ob und unter welchem Namen die neuen Casinos online gehen werden, ist noch nicht bekannt. Je nach Dauer der Prüfung durch die ESBK könnte der Launch jeweils einige Wochen oder auch Monate dauern.

Vier Casinos bereits in Betrieb

Die ersten vier Schweizer Spielbanken, die eine Online Glücksspiel Konzession erhielten, waren das Grand Casino Baden AG, das Casino Davos AG, das Grand Casino Luzern AG und das Casino Zürichsee AG.

Der Bundesrat hatte die vier Konzessionserweiterungen jeweils am 7. Juni ausgestellt. Danach dauerte es unterschiedlich lange, bis die Casinos tatsächlich für Schweizer Online Spieler zur Verfügung standen.

Das Grand Casino Baden hat am 5. Juli das erste Schweizer Online Casino eröffnet. Das Casino operiert unter dem Namen Jackpotts.ch und bezieht sein Spielangebot von dem britischen Spielentwickler iSoftBet.

Am 22. August öffnete das Grand Casino Luzern AG das zweite Schweizer Online Casino, welches unter mycasino.ch operiert. Das Casino entwickelt zum einen hauseigene Spiele, kooperiert aber auch mit den Herstellern Novomatic, Greentube und Red Tiger.

Das Casino Zürichsee AG (Spielbank Pfäffikon) operiert seit dem 2. September das dritte Schweizer Online Casino über die Webseite Swisscasinos.ch. Das Online Casino bezieht seine Spiele von dem bekannten Software-Entwickler Playtech.

Das vierte und bis dato jüngste Schweizer Online Casino, Casino777.ch, wurde am 9. September unter der Leitung des Casino Davos AG eröffnet. Die Casinospiele stammen von den Herstellern Gaming1 und iSoftBet.

Bereits jetzt liefern sich die Spielbanken mit ihren neuen Online Casinos einen harten Konkurrenzkampf. Laut dem Schweizer Nachrichtenportal Watson erhofften sich alle vier Casinos noch für das erste Geschäftsjahr einen Bruttospieleinsatz im zweistelligen Millionenbereich.

Das Geld soll in der Schweiz bleiben

Während die Konkurrenz innerhalb des Landes mit den aktuellen und zukünftigen Konzessionserweiterungen wachsen wird, hoffen alle Schweizer Spielbanken, die illegalen Anbieter aus dem Ausland zu verdrängen.

Erst letzten Monat appellierte das Grand Casino Baden an den Bund, härter gegen das illegale Glücksspiel vorzugehen. Der CEO der Spielbank, Detlef Brose, klagt, dass auch nach dem Geldspielgesetz noch immer Millionen Schweizer Franken ins Ausland flössen.

Bezüglich der Schweizer Online Casinos zeigt er sich dennoch optimistisch. Diese könnten es schaffen, immerhin 150 Mio. Franken im Land zu behalten.

Seit September sollten des Weiteren sämtliche auf der Liste illegaler Online Casinos befindlichen Anbieter durch die Telekommunikationsdienstleister gesperrt werden.

Die Netzsperren scheinen jedoch noch immer nicht zu greifen, so dass Schweizer Spieler weiterhin Zugriff auf ausländischen Online Casinoangebote haben.

Ob die Schweizer Spielbanken den Markt künftig tatsächlich für sich beanspruchen können, bleibt abzuwarten.