Nor­wegen: Loot­bo­xen er­höhen Spiel­sucht­gefahr

Posted on: 12/11/2025, 04:35h. 

Last updated on: 12/11/2025, 08:40h.

  • Studie aus Norwegen zeigt Korrelation zwischen Lootboxen und Spielsuchtgefahr.
  • Über 27 % der Gamer haben im letzten Jahr zu den Boxen gegriffen.
  • Männliche Gamer deutlich stärker als Spielerinnen betroffen.

Die möglichen schädlichen Auswirkungen der umstrittenen Beutekisten werden weltweit diskutiert. Trotzdem sind sie in vielen Märkten auch für jüngere Spieler verfügbar, wobei dies in Norwegen offiziell erst mit 18 Jahren erlaubt ist. Trotzdem wurde dort bei Heranwachsenden eine deutliche Korrelation zwischen dem Kauf von Lootboxen und der Spielsuchtgefahr festgestellt.

Lootbox
Auch in Norwegen sind die Beutekisten bei Gamern populär (Bild: Pixabay)

Im Rahmen einer groß angelegten wissenschaftlichen Studie hatten die Forscher der Universität von Bergen 9.000 jungen Menschen befragt. Diese förderte zutage, dass der Kauf der Lootboxen unter den 12- bis 17-Jährigen weit verbreitet ist.

Demnach erklärten 27,7 % der Befragten, die Kisten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal erworben zu haben. In dieser Gruppe gab ein überdurchschnittlicher Anteil an, ebenfalls auf Skin-Wetten gesetzt zu haben. Insgesamt war die Teilnahme an irgendeiner Form von Glücksspiel bei 18,8 % der Teilnehmenden der Fall.

Bei den Glücksspielern wie bei den Lootboxen-Kunden sind Jungen weitaus stärker als Mädchen involviert. Während 45 % der Jungs Lootboxen kauften, war dies nur bei 9 % der Mädchen der Fall. Auch beim Glücksspiel liegen die männlichen Gamer mit 27,7 % deutlich vor ihren jungen Mitspielerinnen (9,3 %).

Wie groß die Gefahr einer Abhängigkeit beim Gaming sein kann, zeigt sich an einer weiteren Kennzahl. Demnach ermittelten die Wissenschaftler, dass rund 15 % Anzeichen von Suchtverhalten bei den Spielen zeigten.

Unter diesen war der Anteil derjenigen, die bereits in jungen Jahren ein problematisches Glücksspiel betrieb, besonders hoch. Insgesamt wurde dies bei 7,1 % der Befragten festgestellt, die fast ausschließlich aus der Gruppe der Vielspieler und Lootboxen-Kunden stammen.

Besorgniserregender Trend

Die Studienautoren erkennen in den Ergebnissen einen kritischen Trend. So erklärte Studienleiter Professor Pallesen, dass junge Menschen durch das simulierte Glücksspiel in Games an das tatsächliche Glücksspiel herangeführt würden.

Lootboxen zeigten eine „verzerrte Realität“, in der es leicht sei, zu gewinnen. Dies sei sehr problematisch, wenn diese Personen älter werden und später mit anderen Glücksspielen in Berührung kommen, so Pallesen.

Atle Hamar, Direktor der Lotteriebehörde, warnte in diesem Zusammenhang:

Es ist bedenklich, dass Aktivitäten, die Glücksspielen ähneln, wie Lootboxen und Skin-Wetten, ein Einstieg in das Glücksspiel sind. Wir sind sehr besorgt, dass dies dazu führen könnte, dass mehr junge Menschen Glücksspielprobleme entwickeln.

Beunruhigend sei, dass Minderjährige als suchterzeugend geltende Games spielten, obwohl diese eine Altersbeschränkung von 18 Jahren haben. Schließlich bleibt es laut Studie nicht bei der Spielsuchtproblematik.

So zeigt die Untersuchung weitere Risikofaktoren im Zusammenhang mit Gaming- und Glücksspielproblemen auf. Dazu zählen eine schlechtere Gesundheit, geringe Lebenszufriedenheit sowie der erhöhte Konsum von Alkohol, Tabak und Energy-Drinks.

All dies wären schon für sich Faktoren, die Jugendschützer aufhorchen lassen. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob Norwegen seine Regeln für Lootboxen deshalb künftig weiter verschärft.