EU vs. IT-Kon­zer­ne: Neuer Ju­gend­schutz-Är­ger für Google & Co.

Posted on: 10/10/2025, 02:15h. 

Last updated on: 10/10/2025, 02:15h.

  • EU ermittelt gegen IT-Konzerne wie Apple und Google wegen fehlendem Jugendschutz.
  • Kommission prüft Verstöße in Bezug auf Glücksspiel, Altersverifikation und Drogen.
  • Einschränkungen für App-Nutzung durch Minderjährige gefordert.

Auf die US-amerikanischen IT-Giganten kommt möglicherweise weiterer juristischer Ärger zu. Nur wenige Tage nach Zulassung einer Klage in Kalifornien untersucht die EU mögliche Verstöße gegen den Jugendschutz bei Apple und Google.

Smartphone mit App-Store
App-Stores stehen erneut in der Kritik (Bild: Pixabay)

Im Fokus der EU stehen einmal mehr die App-Stores. Hinzukommen Anwendungen wie YouTube und Snapchat, denen dezidiert Verfehlungen vorgeworfen werden. Am Freitag forderte die EU die digitalen Player auf, ihre Strategien zum Schutz von Kindern vor Online-Gefahren zu erklären.

Konkret geht es bei dem zum Google-Konzern gehörenden YouTube um den Verdacht, dass die dort eingesetzten Altersbeschränkungen für Heranwachsende zu leicht zu umgehen sind. An Snapchat richtet sich die Frage, inwieweit es den Zugang von unter 13-Jährigen zu der Plattform unterbindet.

Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen erklärte vor einem Treffen der EU-Minister in Dänemark:

Datenschutz, Sicherheit und Schutz müssen gewährleistet sein, was nicht immer der Fall ist. Deshalb verschärft die Kommission die Durchsetzung unserer Vorschriften.

Neben möglicherweise mangelhaften Alterschecks untersuchen die EU-Vertreter weitere Verstöße gegen den Jugendschutz. So soll geprüft werden, ob die von YouTube verwendeten Algorithmen das Potenzial haben, Kinder süchtig zu machen.

Glücksspiel und Drogen für Minderjährige?

Im Raum steht laut EU zudem der Verdacht, dass die schwachen ID-Checks dafür verantwortlich sind, dass Heranwachsende Casino-Apps auf ihre Geräte laden können. Auch die Ansicht von sexualisierten Inhalten soll für junge Nutzer zu leicht möglich sein.

Gleiches gilt für Games, die aufgrund von Glücksspielinhalten nicht für Minderjährige verfügbar sein dürfen. In dieser Hinsicht wendet sich die EU speziell gegen die IT-Giganten Google und Apple.

Ein weitreichender Vorwurf ist der Verkauf von für Kinder und Jugendliche verbotenen Substanzen an die Zielgruppe bei Snapchat. Dort sollen Heranwachsenden nach Angaben dänischer Behörden relativ einfach an Alkohol, Zigaretten oder Vapes gekommen sein.

Die nun angeregte Untersuchung ist noch kein offizielles Verfahren gegen die Konzerne. Diese sind nun aufgefordert, auf die Vorwürfe zu reagieren. Sollte sich der Verdacht allerdings erhärten, könnte die EU Ermittlungen wegen unzureichendem Kinder- und Jugendschutz einleiten.

Für die IT-Konzerne steht dabei viel auf dem Spiel. So könnten Altersprüfungen für die App-Stores verschärft werden. Im Hinblick auf Social Media gibt es zudem ernsthafte Bestrebungen, den Zugang Minderjähriger zu ihnen einzuschränken oder gar ganz zu verbieten.