Studie: Videospiele fördern Intelligenz bei Kindern

Posted on: 22/05/2022, 05:30h. 

Last updated on: 20/05/2022, 03:26h.

Videospiele sollen sich positiv auf die Intelligenz von Kindern auswirken. Dies sei das Ergebnis einer aktuellen Studie des schwedischen Karolinska-Instituts [Seite auf Englisch]. Fernsehen und Social Media hätten im Vergleich kaum nennenswerte Auswirkungen auf die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten der Kinder.

Kind, Fernseher, Videospiel
Laut einer Studie schaden Videospiele Kindern bei moderater Nutzung nicht. (Bild: pixabay.com)

Forscher des Karolinska-Instituts haben in Kooperation mit der Vrije Universiteit Amsterdam untersucht, inwiefern die Bildschirmgewohnheiten von Kindern eine Wechselbeziehung mit ihren kognitiven Fähigkeiten eingehen.

Kinder, die überdurchschnittlich viel Zeit mit Videospielen verbrächten, hätten ihre Intelligenz überdurchschnittlich steigern können. So resümierten die Forscher in ihrer in der Fachzeitschrift Scientific Reports [Seite auf Englisch] veröffentlichten Studie „Der Einfluss digitaler Medien auf die Intelligenz von Kindern unter Berücksichtigung genetischer Unterschiede in der Kognition und des sozioökonomischen Hintergrunds“.

Im Durchschnitt verbrächten die Kinder täglich 2,5 Stunden mit Fernsehen, eine halbe Stunde mit Social Media und eine Stunde mit Videospielen, so die Studie. Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen, die mehr Spiele als der Durchschnitt spielten, ihre Intelligenz zwischen den beiden Messungen um etwa 2,5 IQ-Punkte mehr als der Durchschnitt hätten steigern können. Es sei kein signifikanter Effekt, weder positiv noch negativ, durch Fernsehen oder soziale Medien beobachtet worden.

Hat die Zeit vor dem Monitor negative Auswirkungen?

Die Kinder verbrächten immer mehr Zeit vor den Bildschirmen und dieses Thema werde in den Medien kontrovers diskutiert. Daher hätten die Forscher wissen wollen, ob sich dies positiv oder negativ auf deren Gesundheit auswirke.

An der Studie nahmen über 9.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und zehn Jahren in den USA teil. Die Kinder hätten eine Reihe von psychologischen Tests durchführen müssen, die der Einschätzung ihrer kognitiven Fähigkeiten gedient hätten.

Die Kinder und deren Eltern seien auch gefragt worden, wie viel Zeit die Kinder damit verbrächten, fernzusehen und Videos zu schauen, Videospiele zu spielen und sich mit sozialen Medien zu beschäftigen.

Die Kinder seien zwei Jahre lang beobachtet worden. Anschließend seien sie gebeten worden, die Test zu wiederholen. Die Forscher hätten dann geprüft, ob sich die Leistungen der Kinder verändert hätten.

In die Ergebnisse eingeflossen seien aber auch genetische Faktoren, die die Intelligenz beeinflussen könnten. Auch Unterschiede, die mit dem Bildungshintergrund und dem Einkommen der Eltern zusammenhängen könnten, seien beachtet worden.

Torkel Klingberg, Professor für kognitive Neurowissenschaften am Department of Neuroscience des Karolinska-Instituts, kommentierte, dass nicht untersucht worden sei, wie sich das Bildschirmverhalten auf andere Bereiche des täglichen Lebens wie körperliche Aktivität oder Schlaf auswirke.

Aber unsere Ergebnisse stützen die Behauptung, dass […] das Spielen von Videospielen tatsächlich zur Steigerung der Intelligenz beitragen kann. Dies steht im Einklang mit mehreren experimentellen Studien zum Spielen von Videospielen.

Es sei geplant, die Untersuchungen auf Auswirkungen anderer Umweltfaktoren auszuweiten, erklärte Klingberg.