Verbietet Hessen die ersten Sportwetten-Betreiber?

Veröffentlicht am: 25. Februar 2020, 04:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. Februar 2020, 04:38 Uhr.

Das Bundesland Hessen könnte schon bald die ersten Sportwetten-Anbieter in Deutschland verbieten. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z) am Montag berichtet hat, plane das Regierungspräsidium Darmstadt, gegen Wett-Betreiber vorzugehen, die sich einem vorgeschriebenen „Melde- und Prüfverfahren nicht unterziehen wollen“.

Das Regierungspräsidium Darmstadt aus der Luft
Das Regierungspräsidium Darmstadt überprüft die Lizenzierung des Glücksspiels in Hessen. (Quelle: P1110896 by Gerals Schneider, licensed under CC BY-NC 2.0)

Konkret seien zehn Glücksspiel-Unternehmen von Verbotsverfügungen des Landes bedroht. Um welche Anbieter es sich namentlich handelt, wurde unterdessen nicht bekannt.

Um legal in Hessen und dem Rest des Landes operieren zu dürfen, mussten Online-Sportwetten-Anbieter seit Januar 2020 eine Buchmachererlaubnis vorweisen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte bereits im Dezember mitgeteilt, gegen alle Buchmacher vorgehen zu wollen, die gegen die Erlaubnispflicht verstießen.

Diese Anbieter besitzen in Hessen eine Online-Buchmachererlaubnis

Laut Webseite des Regierungspräsidiums Darmstadt (Stand 25.02.2020) besäßen derzeit fünf Unternehmen eine Online-Buchmachererlaubnis nach dem hessischen „Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) – Internet“.

  • Cashpoint Malta Ltd.
  • Jaxx UK Ltd.
  • RaceBets International Gaming Ltd.
  • IBA Entertainment Ltd.
  • NetXBetting Ltd.

Hessen gibt sich hart

Mit möglichen Verbotsstrafen gegen lizenzlose Sportwetten-Anbieter blieben die hessischen Behörden ihrem Regulierungsdruck treu.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte in den vergangenen Monaten mit der konsequenten Untersagung aller nicht-lizenzierten Sportwetten-Anbieter gedroht. Mögliche Folgen für die in Deutschland operierenden Betreiber: Sperrung von Internetseiten oder Schließung von Wettlokalen.

Wie es scheint, könnte sich dieser Druck mittlerweile auf die Sportwetten-Betreiber ausgewirkt haben. Wie die F.A.Z meldet, hätten nach der Zustellung eines Anhörungsbogens des Regierungspräsidiums „neun weitere Unternehmen“ freiwillig den Markt verlassen.

Online-Lizenzen erfordern umfangreiche Nachweise

Um überhaupt in den Besitz einer Online-Sportwettenlizenz des hessischen Regierungspräsidiums zu gelangen, müssen Unternehmen eine Vielzahl von Nachweisen erbringen. Hierzu gehören nicht nur eine deutsche Gewerbeanmeldung, sondern auch Lizenznachweise aus dem Land, in dem ein Anbieter seinen Unternehmenssitz führt.

Zudem ist es deutschen Firmen verboten, Online-Casinos und Sportwetten auf einer gemeinsamen Seite anzubieten. Sollte es sich um eine ausländische Internet-Plattform handeln, muss diese sicherstellen, dass deutsche Kunden von den Online-Casino-Angeboten ausgeschlossen sind.

Die nächsten Monate dürften zeigen, ob sich das Sportwetten-Geschäft für die Anbieter trotz dieser zahlreichen Regeln lohnt.