Philippinen: keine weiteren POGO-Lizenzen in Makati City

Veröffentlicht am: 9. Dezember 2019, 03:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Dezember 2019, 03:02 Uhr.

Die Bürgermeisterin der philippinischen Großstadt Makati City, Mar-len Abigail “Abby” Binay-Campos, hat am Sonntag bekannt gegeben, dass die Stadt keine weiteren Lizenzen für philippinische Online Casinos, die sogenannten POGOs (Philippine Offshore Gaming Operators) ausstellen wird.

Makati City Skyline
Makati City stellt keine weiteren Lizenzen für POGOs aus (Bild: Wikimedia/Lawrence Ruiz)

Aufgrund der großen Anzahl der Online Glücksspiel Unternehmen seien die Mietkosten innerhalb der Stadt drastisch angestiegen, was weitreichende Probleme mit sich bringe. Auch müsse man dringend die mit einigen POGOs in Verbindung stehende Kriminalität bekämpfen.

Immobilien- und Mietpreise schnellen in die Höhe

Die Kritik an den philippinischen Online Glücksspielfirmen, den POGOs, wächst zusehends. Seit vielen Jahren werden diese immer wieder mit kriminellen Aktivitäten und unwürdigen Arbeitsbedingungen in Verbindung gebracht, doch die Milliardengeschäfte laufen weiter.

In Makati City haben die POGOs indes ein weiteres Problem kreiert: Die Stadt beherbergt mittlerweile gut 300 lizenzierte POGOs mit Tausenden von Casinoangestellten.

Rodrigo Duterte und Xi Jinping
Chinas Präsident Jinping kritisiert die philippinischen POGOs (Bild: Wikimedia/https://pcoo.gov.ph/photos)

Die meisten davon sind chinesische Staatsbürger – ein Umstand, der dem chinesischem Präsidenten Xi Jinping seit langem ein Dorn im Auge ist.

Laut dem philippinischen Ministerium für Tourismus seien allein in diesem Jahr mehr als 1,35 Mio. Chinesen in das Land gereist, viele davon in der Absicht, für eines der POGOs zu arbeiten.

Makati City Bürgermeisterin Binay-Campos erklärt, dass genau dies der Grund für die stetig steigenden Mietpreise in der Stadt sei.

Da die Chinesen gewillt und in der Lage seien, monatlich deutlich mehr für eine Unterkunft zu zahlen als die Philippinos, verlören diese oft ihr Zuhause, da die Vermieter die „reicheren“ Chinesen bevorzugten.

Obwohl das Spielen in Online Casinos für philippinische Staatsbürger verboten ist, operieren Hunderte von Online Glücksspielfirmen in den größten Städten des tropischen Inselstaates. Die Glücksspielangebote richten sich dabei vor allem an chinesische Staatsbürger, die innerhalb ihres eigenen Landes keine Glücksspiele spielen dürfen.

Für den Staat stellen die POGOs eine lukrative Einnahmequelle dar, denn jährlich fließen Millionen von Steuergeldern aus dem internationalen Online Glücksspiel in die philippinischen Staatskassen. Allein die Stadt Makati City profitiert von jährlich 200 Mio. PHP (knapp 3,9 Mio. Euro).

Gleichzeitig jedoch handle es sich in den seltensten Fällen um großen oder gar luxuriösen Wohnraum. Das Gegenteil sei der Fall: chinesische Arbeiter hausten auf engstem Raum in oft unsicheren Gebäuden mit mangelnden Brandschutzvorkehrungen.

Binay-Campos warnt daher, dass der Trend keineswegs nachhaltig sei und langfristig den gesamten Immobiliensektor gefährde. Aus diesem Grund sollen keine weiteren Lizenzen für neue POGOs ausgestellt werden.

Philippinische Zeitungen zitierten aus dem Statement des Stadtoberhauptes:

Wir werden keine weiteren Bewerbungen von POGO Dienstleistern entgegennehmen und hart gegen illegale Aktivitäten, mit denen POGOs und deren Angestellte in Verbindung stehen, vorgehen. Wir werden legale Geschäfte in der Stadt, die sich strikt an Gesetze und Verordnungen halten, insbesondere an die Steuerpflicht, immer willkommen heißen.

Ob und wann die Stadt in Zukunft wieder Lizenzen ausstellen wird, ist ungewiss. Binay-Campos selbst sprach zunächst von einer zeitlich unbegrenzten Maßnahme.

Kampf gegen Kriminalität und Prostitution

Während die Bürgermeisterin betont, dass es sich bei den meisten POGOs um legitime und gesetzesgetreue Geschäfte handle, lasse sich das Problem der steigenden Kriminalität nicht leugnen.

Allein in den letzten zwei Monaten habe die Stadtverwaltung vier illegale POGO Firmen, die über keinerlei Lizenz verfügt hätten, schließen müssen. Zwei weitere POGOs seien im selben Zeitraum als Orte illegaler Prostitution entlarvt worden, welche in erster Linie von chinesischen Männern besucht worden seien.

Die Probleme der POGO-Kriminalität betreffen dabei das gesamte Land. In der Stadt Barangay San Antonio habe die Polizei Berichten zufolge [Seite auf Englisch] kürzlich in der Wohnung eines Chinesen, der mit einem der POGOs in Verbindung stehe, Drogen im Wert von 2,5 Mrd. PHP (knapp 44 Mio. Euro) gefunden und beschlagnahmt.

In den letzten zwei Jahren seien insgesamt 360 Chinesen in der Metropolregion Manila und 333 Chinesen in den Städten Pasay, Makati, Taguig, Parañaque, Las Piñas, Muntinlupa und Pateros verhaftet worden. In den meisten Fällen habe es sich um kriminelle Aktivitäten im Rahmen der POGO-Geschäfte gehandelt.

Ob die Entscheidung der Bürgermeisterin von Makati eine ausreichende Maßnahme sein wird, die POGO-Kriminalität zu mindern, bleibt abzuwarten.