Macau: Bande betrügt Spieler mit falschen “Trainings”-Geldscheinen um Millionen

Veröffentlicht am: 9. April 2021, 09:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. April 2021, 12:10 Uhr.

In Macau ist eine Bande von Kriminellen aufgeflogen, die Spieler um 1,25 Millionen US-Dollar (1,05 Millionen Euro) geprellt haben soll. Wie die Polizei aus der Glücksspiel-Metropole am Donnerstag bekanntgab, hätten die Betrüger ihre Opfer mit “Trainings”-Geldscheinen hereingelegt, die ansonsten intern von Banken verwendet würden.

Hongkong-Dollar
Die Betrüger nutzten unechte Hongkong-Dollar (Bild: pxhere)

Sou Sio Keong, Direktor einer Glücksspiel-Sondereinheit der Polizei, erklärte gegenüber Pressevertretern, dass es die Täter bei ihrem Betrug auf Spieler abgesehen hätten, die Chinesische Yuan in Hongkong-Dollar umtauschen wollten. Dafür hätten sie Geldscheine eingesetzt, die normalerweise von chinesischen Banken zum Praxistraining ihrer Kassierer am Bankschalter verwendet würden.

Trickbetrug mit Trainings-Geld

Die unechten Scheine mit einem aufgedruckten Wert von 1.000 HKD (ca. 108 Euro) sähen auf den ersten Blick zwar sehr realistisch aus, so Sou, doch sie seien mit dem Hinweis bedruckt, dass sie nur für Trainingszwecke gedacht seien.

Es sei den Tätern jedoch gelungen, ihre Opfer hereinzulegen, indem sie ihnen die Scheine jeweils nur kurz, verdeckt und aus der Distanz vorgezeigt hätten. Zudem sei den Betrogenen weisgemacht worden, dass ihnen die gesamte umzutauschende Summe bargeldlos auf ein Konto in China überwiesen würde.

Im Rahmen der großangelegten Aktion sind nach Berichten der Justizbehörde Macaus in den letzten Tagen 24 Personen verhaftet worden. Drei Festnahmen seien in Macau erfolgt, die restlichen über vier chinesische Provinzen hinweg verteilt. Insgesamt habe die Polizei seit Beginn der Ermittlungen Ende vergangenen Jahres 112 Verdächtige festnehmen können. Bis auf vier Einwohner Macaus stammten alle von ihnen vom chinesischen Festland, so die Polizeibehörde.

Der Betrug mit den sonst nur für Schulungen genutzten Geldscheinen ist nicht neu. Bereits im Februar dieses Jahres berichteten die zuständigen Behörden vor einer starken Zunahme finanzieller Schäden durch die Betrugsmasche. Auf diese Weise sollen gutgläubige Spieler in den vergangenen Monaten um gut 2 Millionen USD betrogen worden sein.

Es sei der guten Zusammenarbeit der Dienststellen aus Macau und vom Festland zu verdanken, dass der Betrüger-Ring nun hätte ausgeschaltet werden können. Derzeit dauerten die Ermittlungen noch an. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Personen in die kriminellen Machenschaften verwickelt seien.