Match Fixing: Lebenslange Sperre für argentinischen Tennisspieler Franco Feitt

Veröffentlicht am: 14. April 2021, 02:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. April 2021, 02:05 Uhr.

Der Argentinier Franco Feitt (28) ist lebenslang vom Profi-Tennis ausgeschlossen worden. Dies gab die International Tennis Integrity Agency (ITIA) am gestrigen Dienstag bekannt. Angaben der Anti-Korruptionswächter zufolge habe die einstige Nr. 920 der Weltrangliste zugegeben, zwischen 2014 und 2018 wiederholt in Spielmanipulation verwickelt gewesen zu sein.

Tennisball spiegelt sich auf Platz
Der Tennisspieler Franco Feitt ist lebenslang vom Platz gestellt. (Quelle: unsplash.com/Todd Trapani)

Schwere Verstöße gegen Anti-Korruptions-Regeln

In ihrer Mitteilung [Seite auf Englisch] lässt die ITIA keinen Zweifel an der Schwere der sportlichen Vergehen von Tennisspieler Franco Feitt.

So habe der Mann aus dem südargentinischen Río Gallegos dem Ermittler Raj Parker gegenüber eingeräumt, mehrfach gegen die Anti-Korruptions-Regeln des Tennissports verstoßen zu haben. Konkret listet die ITIA neun Fälle von Fehlverhalten seitens Feitts auf.

Offenbar hatte sich der 28-Jährige mindestens fünfmal der aktiven Manipulation von Partien schuldig gemacht. So beschreibt die ITIA „fünf Verstöße gegen Abschnitt D.1.b“ des Tennis Anti-Corruption Program (TACP) [Seite auf Englisch] und zitiert:

Keine betroffene Person darf, direkt oder indirekt, das Ergebnis oder irgendeinen anderen Aspekt eines Ereignisses manipulieren oder versuchen zu manipulieren.

Zudem habe es wiederholt Verstöße gegen den Abschnitt D.1.e gegeben. Dieser verbietet es, Spieler dazu aufzufordern, nicht ihr Bestes auf dem Platz zu geben oder ihnen dies zu ermöglichen. Zudem hätte Feitt die ITIA umgehend über Versuche Dritter, ihn zur Spielmanipulation zu bewegen, informieren müssen. Dies habe er nicht getan.

Match Fixing made in Argentina

Nun unterliegt Franco Feitt einer lebenslangen Sperre. Dies bedeutet nicht nur den zeitlich unbegrenzten Ausschluss von der Teilnahme an den Turnieren im internationalen Tennis, auch als Besucher ist der Zutritt zu den Events untersagt. Damit ist die Tenniskarriere des Argentiniers, der im März 2020 den Platz 437 der ATP Doppel Weltrangliste belegt hatte, beendet. Hinzukommt eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro, die Feitt zu entrichten hat.

Es ist bereits der siebte Fall im Jahr 2021, in dem die ITIA Sanktionen gegen Spieler wegen Match Fixings öffentlich macht. Mit lebenslangen Spielverboten waren im Januar die beiden russischen Spielerinnen Sofia Dmitrieva und Alija Merdeeva sowie im März Abiodun Oyegoke und Bukola Popoola aus Nigeria belegt worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Spieler aus Argentinien ins Visier der Anti-Korruptions-Ermittler geraten ist. Im Jahr 2018 waren Federico Goria, Nicolas Kicker und Patricio Heras von der Instanz, die damals noch unter dem Namen Tennis Integrity Unit (TIU) fungierte, wegen Wettbetrugs jeweils für mehrere Jahre gesperrt worden. Der Entscheidung vorausgegangen waren Angaben eines argentinischen Spielers, der als Whistleblower einen weitreichenden Match-Fixing-Skandal in die Öffentlichkeit getragen hatte.

Mit der aktuellen Entscheidung, Franco Feitt ohne Hoffnung auf Rückkehr vom Platz zu verbannen, folgt die ITIA einer neuen Politik der Kompromisslosigkeit. Ob sich die harten Konsequenzen für Match Fixer langfristig positiv auf die Integrität des in der Vergangenheit immer wieder einschlägig in Verruf geratenen weißen Sports auswirken wird, kann nur die Zeit zeigen.