Las Vegas Sands: Weitere Geldwäsche-Ermittlungen im Singapur-Casino

Veröffentlicht am: 17. September 2020, 01:40 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. September 2020, 01:40 Uhr.

Die Ermittlungen gegen das Marina Bay Sands Casino in Singapur in Bezug auf ominöse Überweisungen von Spielergeldern gehen weiter. Wie das Nachrichtenmagazin Bloomberg am Mittwoch berichtet hat [Seite auf Englisch], habe die Las Vegas Sands Corporation nun ihrerseits Nachforschungen in Auftrag gegeben.

Marina Bay Sands Casino in Singapur
Eine Anwaltskanzlei soll im Auftrag des Casinos Nachforschungen anstellen (Bild: PxHere)

Die auf internationale Schlichtung spezialisierte Anwaltskanzlei Davinder Singh Chambers LLC solle im Auftrag des Glücksspielriesen den ungeklärten Geldtransaktionen in Höhe von mehr als 1 Mrd. USD auf den Grund gehen. Diese sollen von Mitarbeitern des Casinos getätigt worden sein.

Sowohl die Polizeibehörden in Singapur als auch das Justizministerium der Vereinigten Staaten von Amerika ermittelten nun schon seit mehreren Monaten in der Angelegenheit.

Die Ermittlungen gegen das Marina Bay Sands Casino kamen ins Rollen, nachdem ein chinesischer VIP-Spieler 2019 eine Klage gegen das Casino eingereicht hatte. Wang Xi warf diesem vor, ohne seine Zustimmung umgerechnet 5,77 Mio. Euro seines Spielerguthabens an Dritte überwiesen zu haben. Angeblich seien seine Unterschriften, die diese Transaktionen bewilligt hätten, gefälscht worden. Die Klage wurde im Juni dieses Jahres beigelegt, indem das Casino Wang den gesamten Betrag zurückzahlte.

Wie viele Casino-Kunden vom ungeklärten Verschwinden ihrer Fonds betroffen sind, ist der Presse nicht bekannt. Die Betreiber des Casinos bestätigten jedoch mehrmals, dass keine Überweisungen entgegen dem Willen der Spieler durchgeführt worden seien.

Laut Glücksspielaufsicht kein Geldwäsche-Verstoß

Ob die nun beauftragte Anwaltskanzlei mehr Licht in die Angelegenheit bringen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Auf erneute Nachfrage Bloombergs habe das Casino jetzt nur mitgeteilt:

Marina Sands Bay arbeitet auch weiterhin eng mit seinen Lizenzgebern zusammen, um zu kontrollieren, ob alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Der Lizenzgeber, Singapurs Casino-Regulierungsbehörde (CRA), wiederum habe gegenüber Bloomberg erklärt, dass das Marina Sands Bay Casino nicht gegen die geltende Anti-Geldwäsche-Verordnung verstoßen habe. Allerdings seien Mängel im Prüfsystem von Geldtransaktionen festgestellt worden.

Die Polizeibehörden von Singapur hingegen hätten sich in der Angelegenheit nicht äußern wollen. Es sei unangemessen, ein Statement abzugeben, während die Ermittlungen noch liefen.

Nichtsdestotrotz scheine sich der potenzielle Geldwäsche-Skandal auf die Gesamtgeschäfte der Las Vegas Sands Corporation auszuwirken. So sei der Aktienkurs des Konzerns von Dienstag auf Mittwoch um mehr als 6 % gefallen.

Den aktuellen Börsenzahlen ist zu entnehmen, dass sich dieser Trend zumindest am heutigen Tag fortzusetzen scheint.