Wie Spanien den Spielerschutz mit KI-Hilfe verbessern will
Posted on: 11/09/2025, 04:36h.
Last updated on: 10/09/2025, 02:37h.
- In Spanien soll der Spielerschutz mithilfe von KI optimiert werden.
- Glücksspielbehörde plant KI-Tool, das 60 Risikofaktoren überwacht.
- Ein Starttermin für das innovative System steht noch nicht fest.
Künstliche Intelligenz hält in immer mehr Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltags Einzug. Künftig kommt die Technologie auch im Glücksspielbereich auf der iberischen Halbinsel stärker zum Einsatz. So plant die Glücksspielbehörde von Spanien ein System, welches mit KI-Hilfe den Spielerschutz nachhaltig stärken soll.

Nach Angaben der spanischen Glücksspielbehörde DGOJ sollen über 60 Verhaltens- und Transaktionsindikatoren in das KI-gestützte Überwachungssystem integriert werden. Mithilfe dieser Tools sollen in Echtzeit Muster für riskantes oder problematisches Spielverhalten identifiziert werden.
Im Falle eines gehäuften Auftretens dieser Risikofaktoren sollen automatisierte Alarmmeldungen ausgelöst werden. Auf dieser Basis sollen Betreiber frühzeitig Gelegenheit für Interventionen und Kontaktaufnahme bei den Betroffenen erhalten. Wie genau dies geschehen soll, steht allerdings noch nicht fest.
Das KI-Projekt geht auf eine bereits 2023 getroffene Verpflichtungserklärung der DGOJ zurück. Damals erklärte die Behörde ihre Absicht, Instrumente zur Verringerung der mit dem Online-Glücksspiel verbundenen Schäden zu entwickeln und implementieren. Laut DGOJ schafft der KI-Einsatz eines der fortschrittlichsten Modelle zur Glücksspielaufsicht innerhalb der Europäischen Union.
Besonderes Interesse gilt Faktoren wie Spielintensität, Ein- und Auszahlungsmustern oder dem Verhalten nach Gewinnen und Verlusten. Gleichzeitig werden mithilfe des Systems Dauer und Häufigkeit der Online-Sessions sowie individuelle Präferenzen beim Glücksspiel getrackt.
Kontrolle durch moderne KI-Algorithmen
Die Basis des Überwachungssystems soll der maschinelle Lernalgorithmus XGBoost werden. Mit dessen Hilfe will die Behörde automatisch die Spielmuster bewerten. Aufgrund der großen Verbreitung und der herrschenden Risiken will die DGOJ einen besonderen Fokus auf das Online-Wettgeschäft legen.
Erste Kritik wurde an den überwachten Glücksspielformaten geübt. So soll das System neben Sportwetten vor allem Online-Casinos und Poker kontrollieren. Demgegenüber sollen die ebenfalls im Land populären Lotterieprodukte ausgeschlossen werden.
Ein genauer Termin für den Start des KI-Tools steht derzeit nicht fest. Die Behörde gab 2023 eine zweijährige Entwicklungsphase vor. Wann die tatsächlichen Tests beginnen, erklärte sie noch nicht.
Bis zur Einführung des Systems dürfte deshalb noch einige Zeit vergehen. Bis zum 25. September läuft eine öffentliche Konsultation. Dazu rief die DGOJ alle betroffenen Interessengruppen um ihr technisches und rechtliches Feedback auf. Neben Glücksspielanbietern und IT-Unternehmen können sich auch Wissenschaftler und die Öffentlichkeit dazu äußern.
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