Japan: Abe-Nachfolger verspricht Zukunft von Casino-Resorts

Veröffentlicht am: 30. Oktober 2020, 02:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 30. Oktober 2020, 02:12 Uhr.

Der japanische Premierminister Yoshihide Suga hat am Mittwoch versprochen, an der Initiative zum Bau von integrierten Casino-Resorts im Lande festhalten zu wollen. Bei einer Rede vor dem Parlament habe der Nachfolger des ehemaligen Premiers Shinzo Abe die Bedeutung der geplanten Casino-Projekte für den Tourismus betont, berichtet das Branchenportal Inside Asian Gaming [Link auf Englisch].

Eine japanische Stadt
In japanischen Städten könnten in den nächsten Jahren Casino-Resorts entstehen. (Quelle: Pixabay)

Zuletzt gab es immer wieder Kontroversen um das Thema. Zum einen gestalteten sich Bewerbungsprozess und Lizenzbedingungen für viele Investoren als schwierig. Zum anderen verzögerte die Corona-Pandemie den Beginn des Vergabeverfahren.

In die Schlagzeilen geriet das Casino-Vorhaben auch wegen illegaler Machenschaften. Mitte des Monats waren zwei Japaner zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie den japanischen Politiker Tsukasa Akimoto bestochen hatten. Ihm wird vorgeworfen, von den Vertretern des Casino-Investors 500.com Ltd. Schmiergelder angenommen zu haben. Der Verdacht: Der Konzern wollte sich dadurch Einfluss bei der Vergabe von Baulizenzen sichern.

Suga hält an Casino-Resorts fest

Trotz aller Widrigkeiten der vergangenen Monate will Suga den Bewerbungsprozess um die integrierten Casino-Resorts fortsetzen. Japan brauche die Einrichtungen für die Entwicklung des Tourismus im Lande, so der 71-Jährige:

Ein japanisches IR [integriertes Casino-Resort, Anm. d. Red.] würde über ein Konferenzzentrum, eine Ausstellungshalle, Unterkünfte und Freizeiteinrichtungen für Familien verfügen. Dies ist eine wichtige Initiative für Japan, um ein voll entwickeltes Touristenziel zu werden.

In seiner Rede habe Suga darauf hingewiesen, dass der Tourismus im Lande wieder im Aufschwung sei. So besuchten bis zu 32 Millionen Touristen pro Jahr das Land. Diese Zahl sei fast viermal so hoch wie im Jahre 2012. Damals hatte die Liberal-Demokratische Partei unter Abe die Regierungsgeschäfte übernommen.

Sugas Ankündigung, an den Casino-Projekten festhalten zu wollen, widerspricht den Prognosen zahlreicher Experten. Nach dem Rücktritt von Shinzo Abe hatte unter anderem der renommierte Casino-Berater Niall Murray große Hürden für das Vorhaben vorausgesagt.

Ohne Abe an der Spitze, so Murray gegenüber dem Newsportal GGRAsia, sei es schwierig einen politischen Führer zu finden, der den „Traum der japanischen Casino-Resort-Branche“ realisieren könne. Ob Suga an seinen Aussagen und den geplanten Casino-Projekten festhalten wird, bleibt abzuwarten.