Führte Influencerin aus Brasilien Glücksspiel-Todesliste?
Posted on: 06/08/2025, 10:37h.
Last updated on: 06/08/2025, 10:38h.
- Influencerin Tainá Sousa wegen mutmaßlicher Todesliste und illegalem Glücksspiel in Brasilien festgenommen.
- Über 11 Millionen BRL eingefroren, Luxusfahrzeuge und Bargeld beschlagnahmt.
- Ermittlungen wegen organisierter Kriminalität, Geldwäsche und Bedrohung laufen.
Brasiliens Influencerin Tainá Sousa wurde am 1. August von der Zivilpolizei des Bundesstaates Maranhão festgenommen. Sie steht unter Verdacht, eine sogenannte Todesliste angelegt zu haben. Darauf sollen Personen vermerkt sein, die sich öffentlich gegen illegales Glücksspiel engagieren.

Sousa wird zudem als zentrale Figur in einer Gruppe gesehen, die Online-Spielautomaten und das in Brasilien umstrittene “Jogo do Tigrinho” beworben haben soll.
Auf der möglichen Todesliste befanden sich laut Polizeiangaben unter anderem der Abgeordnete Yglesio Moisés, Ermittlungsleiter Pedro Adão sowie die Journalisten Domingos Costa und der im April verstorbene Luís Cardoso. Das Kommunikationsbüro der Legislativversammlung des Bundesstaates Maranhão veröffentlichte eine offizielle Stellungnahme zur Nennung von Luís Cardoso auf der Liste:
Das Präsidium steht für Meinungsfreiheit, Ehre und das Andenken an den Journalisten und Blogger Luís Cardoso ein, der im April dieses Jahres verstarb und in dieser Woche im Zusammenhang mit dem Fall genannt wurde, der zur Festnahme der digitalen Influencerin Tainá Sousa in São Luís führte.
Ermittlungen decken kriminelle Struktur auf
Tainá Sousa soll laut Polizei den Tod Cardosos im Internet gefeiert und in einem Post geschrieben haben:
Einer ist weg, jetzt fehlen die anderen.
Dieser Satz bestärkt laut den Ermittlern den Verdacht, dass Sousa aktiv Menschen bedroht habe, die ihre Machenschaften aufdeckten.
Bereits am 30. Juli hatte die Zivilpolizei eine Großrazzia unter dem Namen „Dinheiro Sujo” (Schmutziges Geld) durchgeführt. Dabei wurden sechs Objekte durchsucht und Vermögenswerte im Wert von über 11 Millionen Reais (etwa 1,72 Millionen Euro) eingefroren. Zudem beschlagnahmten die Ermittler fünf Luxusfahrzeuge, einen Jet-Ski, Mobiltelefone, Computer, eine Schusswaffe, Bargeld in US-Dollar sowie Designertaschen.
Laut dem Dezernat für Cyberkriminalität (DCCT) war die Gruppe professionell organisiert. Ein mutmaßlich involvierter Anwalt soll für Geldwäsche verantwortlich gewesen sein, während ein weiterer Akteur WhatsApp-Gruppen zur Anwerbung neuer Spieler koordinierte.
Die Werbung für die Spiele erfolgte gezielt durch Influencer, darunter Sousa, die mit Versprechen von schnellen Gewinnen zahlreiche Follower zu Einzahlungen bewegten.
Tainá Sousa zählte in den sozialen Medien rund 127.000 Follower. Bekannt wurde sie vor allem durch das Veröffentlichen von protzigem Content. Am Montag, dem 4. August, war ihr Profil jedoch nicht mehr auffindbar. Die laufenden Ermittlungen könnten in eine Anklage wegen Geldwäsche, organisierter Kriminalität und Beteiligung an illegalem Glücksspiel münden.
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