Makabre Wetten auf Schießereien in den USA

Veröffentlicht am: 2. September 2020, 01:09 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. September 2020, 01:22 Uhr.

Die Betreiber einer Bar im US-amerikanischen Long Island, New York, haben mit Wetten auf Schießereien für einen Skandal gesorgt. Wie der Nachrichtensender NBC New York [Link auf Englisch] am Dienstag berichtet hat, konnten die Besucher der Bar „The Cliffton“ Wetten darauf abschließen, ob sich am bevorstehenden Labor-Day-Wochenende mehr Schießereien in Chicago oder New York City ereignen werden.

Ein Bar mit Tresen
Eine Bar in den USA hat Wetten auf Schießereien angeboten. (Quelle: Pixabay)

Die Waffengewalt war in den US-Großstädten während der Corona-Pandemie stark angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Schießereien in New York City bereits verdreifacht.

In Chicago wurden in diesem Jahr mehr als 2.700 Schießereien polizeilich registriert. In New York City haben die Behörden mehr als 1.000 Straftaten im Zusammenhang mit Waffengewalt festgestellt. Die höchste Mordrate der USA hat allerdings die 27.000-Seelen-Gemeinde East Sankt Louis (Illinois). Sie liegt mit 8,87 Morden pro 1.000 Einwohner 17,5 Mal höher als der US-Durchschnitt.

Spiel mit dem Tod ruft Behörden auf den Plan

Nachdem die Bar ihr makabres Wettangebot in der vergangenen Woche auf Social-Media-Plattformen mit dem Slogan „Lasst die Schießereien beginnen“ beworben hatte, leitete die zuständige New York State Liquor Authority (SLA) umgehend eine Untersuchung gegen die Barbetreiber ein.

Medienberichten zufolge könnten die Wetten nicht nur gegen geltende Glücksspielgesetze, sondern auch das Gaststättenrecht im US-Bundestaat New York verstoßen haben. Gegenüber NBC New York bewertete die Behörde das Spiel als:

Nicht nur krank, sondern wahrscheinlich auch illegal unter dem Kontrollgesetz für alkoholische Getränke [Alcoholic Beverage Control Law. Anm. d. Red].

Inspektoren der SLA hätten sich im Zuge eines Kontrollbesuchs Zugang zu der Bar verschaffen wollen, seien jedoch nicht in die Einrichtung gelassen worden. Laut Behördenangaben sei dies ein möglicher Grund, um der Bar die Alkoholausschanklizenz zu entziehen.

Für die Betreiber des The Cliffton ist es nicht der erste handfeste Medienskandal. Im vergangenen Jahr mussten sich die Besitzer entschuldigen, weil sie das Bild eines transsexuellen Gastes im Internet veröffentlicht und sich darüber lustig gemacht hatten.