Wem gehört Betway? Britische Glücksspiel­kommission soll Identität des Eigentümers preisgeben

Veröffentlicht am: 21. Januar 2020, 04:43 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Januar 2020, 04:44 Uhr.

Die britische Tageszeitung „Daily Mail“ hat gestern berichtet, dass die Glücksspielkommission zunehmend unter Druck gerate, die Identität des Betway-Betreibers zu enthüllen. Das Nachrichtenmagazin schrieb weiterhin, dass der Glücksspiel- und Sportwetten-Betreiber eine „zwielichtige Eigentümerstruktur“ aufweise, die auf die britischen Jungferninseln führe.

Mann mit Sonnenbrille und Hut
Politiker fordern die Preisgabe der Identität des Betway-Eigentümers. (Bild: pixabay.com)

Britische Abgeordnete sollen ebenso gefragt haben, wie es um die Eigentumsverhältnisse des Online Betreibers bestellt sei, da er auch eine Reihe hochkarätiger Sponsoring-Verträge in Großbritannien abgeschlossen habe.

So soll Betway unter anderem am Sponsoring des Premier League-Teams West Ham United, des Grand National sowie hochkarätiger Boxveranstaltungen beteiligt sein.

Problemspieler zum Spielen verführt?

Kreditkarte, Laptop, Chips
Betway soll Problemspieler zum Spielen motiviert haben. (Bild: pixabay.com)

Betway stehe laut „Daily Mail” weiterhin unter Kritik, da das Unternehmen Spielern, die hohe Beträge verloren hätten, Nachrichten und Bonusangebote gesendet haben soll, um sie zum Weiterspielen zu motivieren.

So sollen Bargeldboni von bis zu 5.000 GBP an Spieler ausgegeben worden sein, die hohe Verluste hätten hinnehmen müssen.

Weiterhin soll ein VIP-Account-Manager einem arbeitslosen pathologischen Spieler, der 700.000 GBP verloren habe, einen Bonus in Höhe von 865.000 GBP gewährt haben.

Mit dem zusätzlichen Guthaben habe besagter Spieler noch stärker an das Unternehmen gebunden werden sollen.

In einem anderen Fall sei ein 30-jähriger Familienvater zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er soll seinen Arbeitgeber um 370.000 GBP betrogen haben. Zuvor soll er Hunderte von Nachrichten in Form von SMS und E-Mails vom Betway Kundenservice mit verschiedenen Wettangeboten erhalten haben.

UKGC unter Beschuss

Die Vorsitzende der Allparteien-Fraktion für Glücksspiele, Labour-Abgeordnete Carolyn Harris, kommentierte:

„Hinterhältige Geschäfte und Täuschungen sind das Herzstück dieser Branche. Je mehr man sucht, desto mehr findet man. Zu lange sind die Aktionen dieser Branche unentdeckt geblieben und die Glücksspielkommission hat ihren Teil dazu beigetragen.“

Auch der frühere Tory-Führer, Iain Duncan Smith, gab seinen Kommentar ab.

Mann, weinen, Brille
Politiker sagen, Glücksspiel zerstöre Existenzen. (Bild: pixabay.com)

Er sagte, es sei wichtig zu wissen, wer profitiere, wenn Glücksspielunternehmen Problemspieler zum Wetten ermutigten und damit Familien zerstörten.

Die britische Regulierungsbehörde [Seite auf Englisch] habe es vorerst abgelehnt, Informationen über den Eigentümer von Betway preiszugeben und berief sich auf das Datenschutzgesetz.

Bei der Prüfung der Eignung des Antragsstellers seien wichtige Faktoren wie Identität, Eigentumsverhältnisse, Finanzen, Integrität, Kompetenz und Kriminalität überprüft worden.

Ein Sprecher von Betway nahm ebenso Stellung und sagte, dass Betway ein verantwortungsvoller, lizenzierter Betreiber sei und die Aufsichtsbehörden alle Angaben, die gesetzlich vorgeschrieben seien, erhalten hätten.