Wettbetrug: Zahl der verdächtigen Sport­ereignisse rückläufig

Veröffentlicht am: 16. Juli 2021, 10:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Juli 2021, 11:02 Uhr.

Die International Betting Integrity Association (IBIA) hat am Donnerstag ihren Bericht für das zweite Quartal 2021 veröffentlicht. Laut der Organisation, die die Integrität von Sportereignissen im Auftrag der internationalen Sportwettenindustrie dokumentiert, seien in den vergangenen drei Monaten 41 % weniger verdächtige Sportereignisse als im Vorquartal an die Behörden gemeldet worden. Eine Ausnahme stelle der Fußball dar, bei dem Fälle zugenommen hätten.

Fußballer auf Platz
Beim Fußball gab es einen Anstieg der Verdachtsfälle. (Pexels)

Insgesamt habe es in dem Zeitraum 38 Verdachtsmeldungen in fünf Sportarten aus 15 verschiedenen Ländern gegeben. Eine Zahl, die sich je nach dem Ausgang laufender Untersuchungen noch ändern könne, teilte die IBIA [Link auf Englisch] mit. Dennoch zieht die Vereinigung ein positives Fazit zum 2. Quartal 2021, in dem sich die Warnmeldungen im Vergleich zum 2. Quartal 2020 (65) um fast die Hälfte reduziert hätten.

Noch im Jahre 2020 hatte die Organisation 270 verdächtige Sportveranstaltungen gemeldet. Dies entsprach im Vergleich zum Jahre 2019 einem Anstieg von 48 %. Besonders viele problematische Spiele hatte die IBIA damals beim Tennis (58) verzeichnet.

Dass die Zahlen im letzten Quartal so niedrig ausgefallen seien, habe nach Informationen der IBIA vor allem mit den wenigen Meldungen im Tennis (6) zu tun. Diese befänden sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn der Veröffentlichung der Quartalsberichte im Jahre 2015.

Auffällige Spiele in fünf Sportarten

Betroffen seien im Meldezeitraum 16 Fußballspiele, neun Tischtennis-Matches, sechs Tennis-Begegnungen, sechs E-Sport-Veranstaltungen und eine Beachvolleyball-Partie gewesen.

Die meisten Verdachte habe es in Europa (18) gegeben. Weitere Meldungen kamen aus Asien (5), Südamerika (5), Nordamerika (2) und Afrika (2). E-Sport-Veranstaltungen wurden laut dem Bericht keinem Land zugeordnet. Es sei nicht immer eindeutig feststellbar gewesen, von welchem Ort aus die Events ausgerichtet worden seien.

Die Liste der europäischen Länder mit den meisten Meldungen hätten im zweiten Quartal 2021 Deutschland (4) und Russland (4) angeführt. In beiden Staaten seien jeweils vier Tischtennis-Spiele mit einer Warnung versehen worden.

Zunahme von Warnmeldungen beim Fußball

Besonderes Augenmerk widmet der IBIA-Bericht dem Fußball. Allein vier Verdachtsmeldungen habe es bei der Sportart in Brasilien gegeben. Trotz der Zunahme problematischer Spiele von 12 (Q1 2021) auf 16 sei die Integrität in der Sportart hoch.

IBIA-Mitglieder böten im Jahr Wetten für durchschnittlich 150.000 Spiele an. Dennoch seien zwischen 2017 und 2020 gerade einmal 52 Verdachtsfälle registriert worden.

Dies entspreche einem Verdacht pro 2.900 Spielen. 99,97 % aller Fußballspiele mit Wettangebot hätten damit keine Integritätsprobleme aufgewiesen.