Bulgarien: Hö­here Glücks­spiel­steuer zur De­ckung des Haus­haltslochs

Posted on: 11/11/2025, 01:44h. 

Last updated on: 10/11/2025, 06:53h.

  • Durch eine höhere Glücksspielsteuer will Bulgarien sein Budget sanieren.
  • Im künftigen Haushaltsplan klafft eine Finanzlücke von 10,5 Mrd. Euro.
  • Höhere Abgaben stützen laut PwC-Wirtschaftsprüfern den Schwarzmarkt.

In dem Haushaltsplan bis zum Jahr 2028 droht ein milliardenschweres Steuerloch. Um die Finanzlücke von geschätzt 10,5 Mrd. Euro zu schließen, plant Bulgarien nun eine Erhöhung der Glücksspielsteuer.

Fahne Bulgariens
Haushaltssanierung durch das Glücksspiel? (Bild: Pixabay/Lilimihailova)

Aktuell liegt die Steuer auf Bruttospielerträge für Lotterien, Bingo oder Online-Sportwetten bei 20 %. Dabei soll es nicht bleiben, denn das Finanzministerium plant eine Anhebung auf 25 %.

Nach Aussagen von Regierungsvertretern könnten durch die gesteigerten Steuersätze jährlich Mehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe erzielt werden. Die Finanzbehörde rechnet demnach mit einem Betrag von gut 30 Mio. Euro.

Um eine Anpassung der Lizenzgebühren nach oben kommen die Lizenznehmer nach jetzigem Stand herum. Diese soll weiter bei den jährlich umgerechnet rund 150.000 Euro für Lotterien oder 200.00 für Online-Wettbüros bleiben.

Wird das Modell funktionieren?

Der ambitionierte Haushaltsplan Bulgariens wird von einem gewaltigen Loch auf der Einnahmeseite begleitet. Dem auf 51,4 Mrd. Euro geschätzten Budget steht die Finanzierungslücke von gut 10 Mrd. Euro gegenüber. Damit ist klar, dass die höhere Glücksspielsektor nur einen recht kleinen Beitrag zur Schließung beitragen kann.

Bulgarien ist nicht das einzige Land im Osten Europas mit Plänen für eine Erhöhung der Glücksspielsteuer. Auch in Polen wird über einen solchen Schritt nachgedacht. Dort sollen allerdings die Spieler von höheren Abgaben bedroht sein. Im Gegensatz zu Deutschland sind beim Glücksspiel erzielte Gewinne in unserem Nachbarland nicht steuerfrei. Bisher müssen Spieler 15 % ihrer Gewinne an den Fiskus abtreten. Ab Januar kommenden Jahres wird diese Rate nach Willen der Finanzbehörde um ein Drittel auf dann 20 % erhöht. Ausgenommen bleiben weiterhin kleine Gewinne von bis zu 2.280 Zloty (540 Euro), die auch künftig von der Steuer befreit sind.

Ob die höheren Glücksspielabgaben tatsächlich zu den erhofften Mehreinnahmen für den Staat führen, bleibt abzuwarten. Eine neue Studie lässt gegenteilige Effekte durch eine Steuererhöhung erwarten.

Nach Meinung der Wirtschaftsprüfer von PwC könnten höhere Steuern einen Anstieg des Glücksspiels im Schwarzmarkt nach sich ziehen. Grund dafür sind die niedrigeren Gewinnquoten, die die lizenzierten Anbieter ihren Kunden aufgrund der höheren Abgabenlast offerieren. Aus diesem Grund wechseln einige von ihnen in den illegalen Sektor, der überhaupt keine Steuern an den Staat entrichtet.