Höhere Glücksspielsteuer: BGC warnt vor 40.000 gefährdeten Jobs
Posted on: 27/10/2025, 04:01h.
Last updated on: 28/10/2025, 08:58h.
- Die von der britischen Regierung in Erwägung gezogene Erhöhung der Glücksspielsteuer gefährdet laut BGC über 40.000 Jobs.
- Branchenverband warnt vor massivem Arbeitsplatzabbau und Milliardenkosten.
- Wettanbieter erwägen Schließung Tausender Shops.
In Großbritannien kocht die Diskussion über die geplanten Steuererhöhungen hoch. Die Regierung erwägt, auch den Glücksspielsektor mit höheren Abgaben zu belegen. Laut Branchenverband BGC gefährdet die geplante Erhöhung der Glücksspielsteuer über 40.000 Jobs.

Derzeit zahlen Glücksspielunternehmen auf ihre Bruttospielerträge Steuern von 21 % für Online-Spiele wie Bingo, 15 % für Sportwetten und 20 % für Spielautomaten. Die Steuersätze sollen nach Willen der Regierung für Online-Glücksspiel auf 50 und für Buchmacher auf 25 % gesteigert werden.
Am Wochenende formulierte das britische Betting and Gaming Council seine drastische Antwort. Dieser zufolge bedroht die höhere Abgabe Zehntausende Arbeitsplätze in dem Sektor. Das BGC stützt sich dabei auf eine Studie der Wirtschaftsprüfer von EY. Demnach sind über 40.000 Stellen in Gefahr, insbesondere im landbasierten Geschäft.
Die Prognose deckt sich mit Erwartungen der Glücksspielunternehmen. Namhafte Buchmacher wie William Hill oder Paddy Power kündigten bereits an, Wettbüros schließen zu wollen. Noch einen Schritt weiter ging vergangene Woche der Wettanbieter Betfred. Dessen Chef und Gründer Fred Done kündigte an, im Falle einer höheren Glücksspielsteuer sämtliche seiner knapp 1.300 Shops im Land zu schließen.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind allerdings bei Weitem nicht die einzigen negativen Effekte. Die EY-Wirtschaftsprüfer erwarten darüber hinaus weitreichende finanzielle Folgen.
Stützung des Schwarzmarktes?
Die geplante Steuererhöhung würde nicht nur die Branche Milliarden kosten, sondern auch den Schwarzmarkt beflügeln. Grund dafür ist die durch höhere Abgaben und Einschränkungen erzeugte Wettbewerbsverzerrung zuungunsten lizenzierter Betreiber.
Entsprechend düster äußerte sich BGC-Geschäftsführerin Grainne Hurst:
Es ist nun klar, dass diese weiteren Steuererhöhungen eine direkte Bedrohung für britische Arbeitsplätze und das Wirtschaftswachstum darstellen. Die vorgeschlagenen Steuererhöhungen würden zu weniger Wettbüros, Casinos und Bingohallen, weniger Arbeitsplätzen und einem enormen Aufschwung des wachsenden, unsicheren Schwarzmarktes für Glücksspiele führen. Und dies, ohne dass auch nur annähernd die behaupteten Steuereinnahmen erzielt würden.
Die Verluste für die Glücksspielbranche würden die erwarteten Zusatzeinnahmen deutlich überwiegen, so das BGC. Laut EY ist statt des Steuerplus’ von jährlich 3,2 Mrd. GBP ein Minus von 500 Mio. GBP zu befürchten. Ob sich die Regierung von diesen Zahlen beeindrucken lässt, werden die kommenden Wochen zeigen.
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