Malta: Glücksspiel­konzerne setzen auf die Insel

Veröffentlicht am: 6. Juli 2021, 01:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. Juli 2021, 01:01 Uhr.

Die maltesische Glücksspielaufsicht Malta Gaming Authority (MGA) hat am Montag ihren Jahresbericht 2020 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass der Inselstaat weiterhin für die Glücksspielindustrie attraktiv ist.

Malta Hafen
Viele internationale Glücksspielunternehmen haben einen Sitz in Malta. (Quelle: Pexels)

Wie die MGA mitteilte, sei die Zahl der lizenzierten Glücksspielunternehmen (landbasiert und online) vom Jahre 2018 (286 Unternehmen) über das Jahr 2019 (294) bis hin zum Jahr 2020 (323) stetig gestiegen. Insgesamt habe die Bruttowertschöpfung der Branche im vergangenen Geschäftsjahr bei 924 Millionen Euro gelegen und damit rund 8 % der gesamten Wirtschaft ausgemacht.

Mit dem Zuzug der Glücksspielunternehmen hat sich auch die Zahl der Beschäftigten auf Malta verändert. Trotz Corona-Pandemie sei die Anzahl der Mitarbeiter in der Glücksspielindustrie im Vergleich zum Vorjahr von 7.417 auf 8.292 gewachsen. Mehr als 91 % der Arbeitnehmer seien im Online-Glücksspielsektor beschäftigt.

Unter Berücksichtigung des Einflusses der Glücksspielbranche auf andere Sektoren, wie zum Beispiel die Immobilien- und Finanzindustrie, habe der Beitrag zur Gesamtwirtschaft sogar noch höher gelegen und sich auf etwa 10,2 % belaufen.

Ein Grund für die Ansiedlung großer Glücksspielkonzerne auf Malta sind unter anderem günstige Steuerbedingungen und Lizenzkosten.

MGA untersucht illegale Wettgeschäfte

Die MGA hat in ihrem Jahresbericht nicht nur Auskunft über den Stand der Glücksspielindustrie gegeben, sondern auch über die behördlichen Aktivitäten im Untersuchungszeitraum.

Dr. Carl Brincat lobte die Arbeit seiner Behörde im Jahre 2020. Brincat erklärte:

Das Jahr 2020 wird zweifellos wegen der Herausforderungen, vor die uns die Pandemie gestellt hat, in Erinnerung bleiben, und ich bin stolz auf die Mitarbeiter der Behörde, die unermüdlich daran gearbeitet haben, dass wir weiterhin die von uns gesetzlich vorgeschriebenen Funktionen erfüllen (…).

Zu den Aufgaben der MGA gehörte im vergangenen Jahr auch die Zusammenarbeit mit anderen Ermittlungsbehörden. Wie die Glücksspielaufsicht mitteilte, habe sie 2020 an insgesamt 20 globalen Untersuchungen im Zusammenhang mit der Manipulation von Sportwettbewerben und Verstößen gegen Sportregularien mitgewirkt.

Vollzugsbehörden, Sportverbände, Integritätsstellen und anderen Aufsichtsbehörden hätten insgesamt 168 Auskunftsersuchen eingereicht. Zusätzlich seien weitere 288 verdächtige Wettberichte von Lizenznehmern und anderen betroffenen Parteien eingegangen. Noch im Jahre 2019 (August bis Dezember) waren von der neugegründeten Sports Integrity Unit der MGA lediglich 38 Verdachtsfälle registriert worden.

Für das kommende Jahr kündigt die Behörde an, ihr Engagement bei der Regulierung des Sektors weiter zu stärken. So wolle sie garantieren, dass die Branche „fair, transparent und geschützt gegen Kriminalität und Korruption“ bleibt.