UKGC-Studie: 49 % aller 11- bis 17-jährigen Briten zockten 2025

Posted on: 13/11/2025, 04:15h. 

Last updated on: 13/11/2025, 04:33h.

  • Fast die Hälfte der heranwachsenden Briten nahm 2025 am Glücksspiel teil.
  • 30 % setzten eigenes Geld; bei gut 1 % Anzeichen für Problemspiel.
  • Neue Daten zu Umsätzen von landbasiertem und Online-Glücksspiel.

In Großbritannien wird seit Jahren über ein neues Glücksspielgesetz debattiert. Besonderen Raum einnehmen dürfte dabei der Jugendschutz. Wie wichtig dies wäre, zeigt sich angesichts der am Donnerstag von der Glücksspielbehörde präsentierten Zahlen. Denen zufolge war fast die Hälfte der heranwachsenden Briten im Jahr 2025 beim Glücksspiel aktiv.

Greifautomat
Arkaden-Spiele sind besonders beliebt (Bild: Flickr/Jens Kronen; CC BY-NC-ND 2.0)

Den jüngsten Daten der UK Gambling Commission zufolge hatten 49 % der 11- bis 17-Jährigen in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Kontakt zu irgendeiner Form des Glücksspiels um Geld. Dabei zockten 30 % mit eigenem Geld.

Die UKGC betont, dass die von den Minderjährigen genutzten Glücksspielformate nicht per se verboten seien. In ihrem Report kommentiert die Behörde:

Die häufigsten Arten von Glücksspielen, für die junge Menschen ihr eigenes Geld ausgaben, waren weiterhin solche, die legal sind oder keinen Altersbeschränkungen unterliegen.

Zu den beliebtesten Varianten gehören demnach Arkade-Spielautomaten wie Geldschieber oder Greifautomaten, die von 21 % genutzt wurden. Hinzukommen Wetten um Geld im Freundes- oder Familienkreis (14 %). An Nummer drei liegen mit 5 % Kartenspiele im sozialen Umfeld.

Trotz dieser relativ harmlos erscheinenden Vorlieben weist eine Minderheit der Jugendlichen ein problematisches Spielverhalten auf. Die Behörde erklärt, dass dies bei 1,2 % der jungen Briten der Fall ist.

UKGC-Fokus auf Schutz der Jugend

Die nun präsentierten Zahlen bekräftigen das Bekenntnis der Glücksspielbehörde zur Gewährleistung eines umfassenden Jugendschutzes. Die Aufseher betonten, dass die Erkenntnisse auch in die Evaluierungen zum neuen Glücksspielgesetz einfließen werden. Dazu dürften besonders effektivere Maßnahmen zur Alterskontrolle vor Beginn des online wie offline stattfindenden Spiels gehören.

Tatsächlich ist es gerade das Online-Glücksspiel, welches nicht nur von der Jugend immer stärker genutzt wird. Darauf weisen die aktuellen Daten der UKGC hin.

Im 3. Quartal 2025 legte das Online-Glücksspiel in Großbritannien um 8 % zu. In dem Zeitraum erwirtschafteten die Betreiber Bruttospielerlöse von 1,42 Mrd. GBP (1,61 Mrd. Euro). Rund die Hälfte entfielen dabei auf Online-Spielautomaten, die ein Plus von 9 % verzeichnen konnten. Noch besser liefen die Geschäfte der Online-Wettbüros, die um 12 % auf 508 Mio. GBP wuchsen. Ein Minus erlitten hingegen die landbasierten Buchmacher. Ihre Erlöse sanken um 2 % auf allerdings noch immer beachtliche 3,1 Mrd. GBP.

Die Exposition zum Glücksspiel im jungen Alter kann in späteren Jahren schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Zahllose Studien ergaben, dass Jugendliche mit Erfahrungen im Glücksspiel später ein größeres Risiko für Problemspiel und Spielsucht haben.

Vielen fällt in dieser Situation der Ruf nach Hilfe jedoch schwer. Einer aktuellen Umfrage zufolge würde sich ein Großteil der britischen Wettfans erst äußerst spät offenbaren.

Bei annähernd der Hälfte von ihnen wäre dies erst der Fall, wenn sie aufgrund ihrer Wettleidenschaft Schulden angehäuft haben. Bei 18 % käme dies sogar erst in Frage, wenn sie wöchentlich mehr als 500 GBP verlieren.