UKGC: Sozial schwache Briten stärker von Spiel­sucht betroffen

Posted on: 03/10/2025, 02:42h. 

Last updated on: 02/10/2025, 06:42h.

  • Studie der UKGC zeigt, dass sozial schwache Briten häufiger unter Spielsucht leiden.
  • In ärmeren Gegenden wird mehr für Online-Casinos und Wetten ausgegeben.
  • Knapp die Hälfte der erwachsenen Briten zockte in den letzten vier Wochen.

Großbritannien gehört zu den Ländern mit den europaweit höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für das Glücksspiel. Eine neue Studie der britischen Glücksspielbehörde bestätigt dies. Laut UKGC hat annähernd die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung im letzten Monat Geld für das Glücksspiel ausgegeben. Die Gefahr einer Spielsucht ist dabei laut UKGC für sozial schwache Briten besonders hoch.

Straße mit vernachlässigten Häusern
Armut ist ein Risikofaktor (Bild: Pixabay/Life-Of-Pix)

Am Donnerstag präsentierte die UK Gambling Commission die Ergebnisse ihrer groß angelegten Studie. Laut dieser nahmen innerhalb der letzten vier Wochen 48 % der knapp 20.000 Befragten an irgendeiner Form des Glücksspiels teil.

Lotto am meisten gespielt

Lottoprodukte zählen dabei zu den meistgenutzten Arten. Nach Abzug derjenigen, die nur Geld für Lotterien ausgaben, bleiben noch 28 % der Erwachsenen übrig, die auch andere Glücksspielformen konsumierten.

Menschen, die wöchentlich ausschließlich an Lotterien teilnehmen, gelten laut UKGC grundsätzlich als weniger problemanfällige Spieler. Sie sind im Durchschnitt ältere verheiratete Hausbesitzer und gehören damit tendenziell nicht zu den sozial Schwachen. Demgegenüber stammen Personen, die nebenbei andere Spielformen wie Online-Glücksspiel oder Wetten nutzten, vermehrt aus finanziell weniger gut aufgestellten Haushalten. Der Trend nimmt mit zunehmender Aktivität bei Online-Slots zu, was sich auch auf das Risikoprofil der Betroffenen auswirkt. Demnach führt der Konsum von Online-Spielautomaten, Wetten oder Rubbellosen zu einer höheren Spielsuchtgefahr. Besonders bei wöchentlichen Sportwetten sehen die Analysten eine hohe Korrelation mit dem Problemspiel. Laut UKGC leiden 2,7 % der Briten unter einer Spielsucht.

Trotz des vom Glücksspiel mitunter ausgehenden Risikos, bewerten 42 % der Befragten ihre letzten Spielergebnisse positiv. Der Anteil derjenigen, die negative Erfahrungen machten, liegt mit 21 % bei der Hälfte.

Als Hauptgrund für das Spiel gibt ein Großteil die Aussicht auf Gewinne und Reichtum an (82 %). Mit 72 % folgt die Freude am Spiel als Motivation relativ dicht dahinter.

Deutliche Konsequenzen für Problemspieler

Auch wenn der weitaus größte Teil der Spieler außer kleineren Verlusten keine negativen Erlebnisse beim Glücksspiel erfährt, führt es bei einer kleinen Minderheit teils zu erheblichen Problemen. Auch dazu gibt die Studie der UKGC Auskunft.

Zu den gefährdendsten Bevölkerungsgruppen erklärt die Behörde:

Potenzielle und schwerwiegende Folgen des Glücksspiels traten am häufigsten bei jüngeren Erwachsenen, Männern, Menschen mit gemischter, asiatischer oder schwarzer ethnischer Herkunft und Personen mit geringerem Einkommen auf.

Die Betroffenen litten in der Regel unter negativen Folgen in einem oder mehreren der Bereiche finanzielle Ressourcen, Beziehungen und Gesundheit. Dabei gab fast die Hälfte der Betroffenen an, Schäden in zwei oder mehr Bereichen erfahren zu haben.

Darüber hinaus wurde von schwerwiegenden Folgen berichtet. Dazu zählen zerbrochene Beziehungen, Gewalt, erhebliche finanzielle Verluste oder gar Kriminalität. 8 % der Problemspieler gaben dabei laut UKGC an, alle vier schwerwiegenden Folgen erlebt zu haben.