Social-Media-und On­line-Glücks­spiel-Stopp für grie­chische Jugend

Posted on: 30/09/2025, 02:07h. 

Last updated on: 29/09/2025, 04:07h.

  • Griechenland plant laut Medienberichten einen Online-Glücksspiel-Bann für Minderjährige.
  • Zugleich sollen Social-Media-Apps für Nutzer unter 15 Jahren blockiert werden.
  • Erster EU-Staat mit derart scharfen Regeln.

Die Nutzung von Social Media durch Heranwachsende steht weltweit in der Kritik. Nachdem Australien im November 2024 ein entsprechendes Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren aussprach, könnte ein erster EU-Staat dem Vorbild folgen. Laut Medienberichten ist zudem ein Online-Glücksspiel-Bann für Minderjährige in Griechenland vorgesehen.

Mädchen am Smartphone
Die Jugend soll geschützt werden (Bild: Pexels/Monstera Prod.)

Über größere Aufmerksamkeit dürfte jedoch der geplante Bann aller mobilen Social-Media-Aktivitäten für die Jugendlichen sorgen. Derzeit können auch unter 15-Jährige leicht auf Apps wie TikTok, YouTube und Instagram zugreifen.

Technisch soll die Blockade mithilfe einer mobilen App erfolgen, die in Griechenland für Jugendliche vorgesehen ist. Die App „Kids Wallet“ wurde von der Regierung im Mai dieses Jahres eingeführt. Mit ihr können Eltern die mobile Bildschirmzeit ihrer Kinder überwachen. Dabei erstellen die Erziehungsberechtigten mit ihren Steueridentifikationsdaten einen entsprechenden Account für ihre Kinder. Dort werden die Nutzungsberechtigungen und Tageslimits der Heranwachsenden festgelegt. Die Identifikation von Nutzern dieser Altersgruppe wird demnach über diese Wallet erfolgen, die die sichtbaren Inhalte entsprechend filtert.

Künftig sollen die Netzanbieter automatisch alle Versuche von unter 18-Jährigen unterbinden, die auf Websites von Online-Glücksspielbetreibern zugreifen wollen. Auf diese Weise soll es den Heranwachsenden unmöglich gemacht werden, Geld in Online-Casinos oder bei Buchmachern im Internet zu setzen.

EU-Vorreiter Griechenland

Mit ihrem rigiden Vorgehen nimmt die griechische Regierung in der EU eine Vorreiterrolle ein. Dabei kann sie mit der Unterstützung der EU-Präsidentin Ursula von der Leyen rechnen. Diese befürworte vor Kurzem die Festlegung eines Mindestalters für den Zugang zu sozialen Medien.

Gegenüber Medien erklärte die Politikerin:

Diese Apps funktionieren so, wie sie konzipiert sind – sie ziehen Kinder an und machen sie süchtig nach manipulativen Algorithmen. Seien wir ehrlich, diese sind letztendlich darauf ausgerichtet, den Tech-Milliardären im Silicon Valley Gewinne zu bescheren.

Um die Sperrfunktion umfassend umsetzen zu können, sollen sich die griechischen Behörden in intensivem Austausch mit den Tech-Giganten befinden. Google und Co. sollen gewährleisten, dass das System die jungen Nutzer nachhaltig vom Online-Glücksspiel und Social Media ausschließt.

Die Gespräche sollen sich bereits in fortgeschrittenem Stadium befinden. So könnte die mobile Social-Media-Sperre für alle unter 15 Jahren bereits im Oktober aktiviert werden. Die Version für das Online-Glücksspiel dürfrte im Erfolgsfall rasch folgen.