Wachsender Druck zum Aus von Glücksspielwerbung in Londons U-Bahn
Posted on: 08/10/2025, 01:54h.
Last updated on: 08/10/2025, 12:36h.
- In London soll Glücksspielwerbung in der U-Bahn nicht mehr gezeigt werden.
- Druck auf Betreiber und Stadtverwaltung nimmt weiter zu.
- Kritiker sehen London als “Zentrum der Glücksspielkrise”.
In London tobt seit Monaten die Diskussion um den Stopp von Glücksspielwerbung in der U-Bahn. Derzeit sind die Kampagnen der Betreiber in den Bahnhöfen von Großbritanniens Hauptstadt vielfach anzutreffen. Nun fordern auch immer mehr Politiker der regierenden Labour-Partei ein Ende der bei vielen umstrittenen Werbemaßnahmen.

Der jüngste Vorstoß stammt von Labours Londoner Sprecher für Gesundheitsfragen, Krupesh Hirani. Dieser kritisierte das umfangreiche Marketing der Glücksspielunternehmen in der Tube massiv und forderte ein entsprechendes Verbot.
Um sein Anliegen voranzubringen, gründete das einflussreiche Mitglied der Labour-Fraktion eine stadtweite Aktionsgruppe. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, gegen die negativen Auswirkungen des Glücksspiels in der Hauptstadt vorzugehen.
Gegenüber lokalen Medien erklärte Hirani:
London steht an vorderster Front der Glücksspielkrise des Landes, und wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Gemeinden den Preis dafür zahlen.
Die wachsende Armut und Inflation hätten zu einem deutlichen Anstieg des Glücksspiels in London geführt. Hirani warnte vor einer Abwärtsspirale, in die Spieler durch ihre finanziellen Verluste geraten könnten.
Um sie davor zu schützen, sei eine Begrenzung der Glücksspielwerbung erforderlich. Ein Stopp des Marketings in der U-Bahn könnte dafür ein probates Mittel darstellen.
Viele Spieler in der Hauptstadt
Der Politiker beruft sich bei seiner Initiative auf aktuelle Daten der Glücksspielbehörde aus dem Oktober. Diesen zufolge wird Glücksspiel in London überproportional häufig genutzt.
Demnach hat die Hälfte der Hauptstädter im letzten Jahr am Glücksspiel teilgenommen. Im letzten Monat taten dies immerhin noch 37 %. Daraus resultiere ebenfalls eine höhere Gefahr der Spielsucht, so Hirani.
Der U-Bahnbetreiber profitiert erheblich von der Glücksspielwerbung in London. Nach Angaben der Behörden nahm das städtische Unternehmen dadurch zwischen 2018 und 2023 annähernd 5 Mio. GBP ein.
Der Labour-Abgeordnete wandte sich direkt an den Bürgermeister Sadiq Khan. Dieser hatte schon vor Monaten ein Ende der Werbung für Casinos und Sportwetten im U-Bahnnetz angekündigt.
Dass es zu entsprechenden Maßnahmen kommen kann, zeigt das Beispiel Fastfood-Werbung. Diese ist aus den öffentlichen Verkehrsmitteln Londons längst verschwunden. Nun geht es den Kritikern darum, das Glücksspiel ebenfalls als gesundheitsschädlich einzustufen, um ein Verbot durchzusetzen.
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