Thailand: Ex-Polizeichef nahm Schmiergeld von Glücksspielbande
Posted on: 27/10/2025, 04:48h.
Last updated on: 26/10/2025, 12:51h.
- Polizeiskandal rund um illegales Glücksspiel erschüttert Thailand.
- Rund 200 Beamte nahmen wohl Schmiergeld von der kriminellen Bande.
- Auch der ehemalige Polizeichef ist in den Korruptionsfall verwickelt.
Ende vergangener Woche machte das Police Complaint Review Board den aufsehenerregenden Fall bekannt. Der Disziplinarausschuss der Polizei bestätigte, dass gegen den Ex-Polizeichef Pol Gen Torsak Sukvimol und weit über 200 seiner ehemaligen Beamten ermittelt wird.

Laut Behörden wurden Disziplinarverfahren gegen die betroffenen Personen eröffnet. Darin wird diesen die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Zugleich garantierte der Ausschuss ein faires Verfahren:
Wir werden sicherstellen, dass jeder Beschuldigte seine gerechte Chance erhält, um sich zu verteidigen.
Der Verdacht kam demnach im März dieses Jahres auf. Damals waren erstmals Anzeigen wegen der vermutlichen Korruption erstattet worden. Nach monatelangen Untersuchungen verdichteten sich die Beweise, dass die Beamte Schmiergeld von den Organisatoren des illegalen Online-Glücksspiels angenommen haben.
Schmiergeld gegen Duldung durch Polizei
Die Beschuldigten sollen über einen längeren Zeitraum die illegalen Aktivitäten der Gruppe geduldet und gedeckt haben. Damit die Bande ihr Online-Glücksspiel ungehindert vermarkten konnte, bezahlte sie die Beamten dafür mit Schmiergeldern in unbekannter Höhe.
Im Gegensatz zu den verhafteten Beamten machten andere thailändische Polizeikräfte in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel positive Schlagzeilen. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung waren die Beamten der Stadt Chonburi auf eine nicht erlaubte Runde von Würfelspielern aufmerksam geworden. Die Teilnehmer hatten sich an einem See zu dem verbotenen Spiel eingefunden. Die als Angler verkleideten Beamten beobachteten das illegale Treiben, ehe sie gegen die nichtsahnende Gruppe zuschlugen. Im Zuge der kreativ eingefädelten Aktion wurden 13 Personen wegen illegalen Glücksspiels vorläufig festgesetzt.
Nach den Stellungnahmen der kompromittierten Beamten dürften die staatlichen Untersuchungen weiterlaufen. Noch ist nicht abzusehen, ob und wann es zu Anklagen kommen wird. Der jüngste Glücksspiel-Polizeiskandal wirft jedoch ein Schlaglicht auf die grassierende Korruption in Thailand.
Neu an dem Fall ist, dass eine dreistellige Zahl von Personen gleichzeitig der Schmiergeldannahme verdächtigt wird. Dass dies auch noch im Zusammenhang mit dem von der Regierung verteufelten Glücksspiel geschieht, dürfte für weiteren Diskussionsstoff in Politik und Gesellschaft führen.
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