Glücksspiel? WM-Ticketverkauf der FIFA im Visier der Gespa
Posted on: 07/10/2025, 09:11h.
Last updated on: 07/10/2025, 09:12h.
- Die Gespa untersucht den WM-Ticketverkauf der FIFA wegen des Verdachts auf Glücksspiel.
- Interkantonale Geldspielaufsicht prüft, ob System Glücksspielelemente enthält.
- Die Blockchain-Token mit Rechten zum Ticketkauf kosten jeweils 999 USD.
Für viele Fußballfans stellt die 2026 stattfindende Weltmeisterschaft ein absolutes Highlight des Jahres dar. Um bei dem Mega-Event dabei sein zu können, wollen sich viele von ihnen frühzeitig mit Eintrittskarten eindecken. Das von der FIFA eingesetzte System zum WM-Ticketverkauf wird nun jedoch von der Gespa wegen des Verdachts auf Glücksspiel untersucht.

Der Fußballweltverband führte 2024 ein Token-System ein. Dieses auf einer Blockchain basierende Modell gewährt Inhabern das Recht, Tickets für die Matches der FIFA-WM 2026 zu kaufen, sollte ihr Nationalteam sich dafür qualifizieren.
Die Geldspielaufsicht stößt sich an dem dahinterstehenden Zufallsgedanken. So können Käufer zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht wissen, ob sich ihre Mannschaft für die WM-Endrunde in Nordamerika qualifiziert.
Übereinstimmung mit Glücksspielgesetzen?
Einem Bloomberg-Bericht zufolge stellt sich die Gespa für Frage, ob die blockchainbasierten FIFA-Tokens mit nationalen Glücksspielgesetzen harmonieren. Gespa-Direktor Manuel Richard erklärte gegenüber dem Finanzmedium dazu:
Basierend auf einer ersten internen Bewertung kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Angebot auf collect.fifa.com unter das Glücksspielgesetz fallen könnte. Die Gespa wird nun weitere Fakten ermitteln, um festzustellen, ob regulatorische Maßnahmen erforderlich sind.
Richard hebt dabei auf den spekulativen Charakter der Tokens ab. So dürften die digitalen Kaufrechte für einen nicht unerheblichen Teil der Besitzer letztendlich wertlos sein.
Dies wäre der Fall, wenn sich das gewünschte Team nicht qualifiziert. In dieser begrenzten Wahrscheinlichkeit sieht die Gespa einen möglichen Zufallsgedanken, der mit dem Glücksspiel vergleichbar wäre.
An der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nehmen insgesamt 51 Länder teil. Laut Verband sind bei acht von ihnen die Tokens bereits ausverkauft. Diese kosten jeweils 999 USD, was der FIFA Einnahmen in niedriger zweistelliger Millionenhöhe beschert haben soll.
Zudem meldet die Gesa Bedenken hinsichtlich der Transparenz und regulatorischen Aufsicht beim Ticketverkauf an. Dabei sollen die “Right-to-Buy-Token” den Kaufprozess eigentlich verbessern.
Bisher liefen die Verkäufe meist nach dem Motto, der schnellste Nutzer gewinnt. Das Token-System soll die Chancen breiter verteilen. Sollte sich der Glücksspielverdacht der Gespa allerdings erhärten, könnten noch erhebliche Probleme auf das Modell zukommen.
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