Wachsende Glücksspiel-Kritik an Bestseller-Game Genshin Impact

Veröffentlicht am: 19. Oktober 2020, 12:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. Oktober 2020, 01:03 Uhr.

Das Videospiel Genshin Impact hat sich innerhalb kürzester Zeit zum globalen Verkaufsschlager entwickelt. Nun wird Kritik an den Machern das Games laut, da es Spielern viele Komponenten mit Glücksspielbezug zum Kauf anbiete.

Genshin Impact
Genshin Impact wird weltweit millionenfach gespielt (Bild: mihoyo.com)

Dabei macht der chinesische Spielehersteller miHoYo Spielern den Einstieg leicht, da das Game für sie kostenlos zum Download bereitsteht. Um Einnahmen zu erzielen, setzen die Entwickler des Free2Play-Games deshalb ganz auf in-App-Käufe.

Auf diese Weise können Spieler ihre Charaktere aufrüsten oder in neue Spiele-Level aufsteigen. Allerdings monieren Kritiker die glücksspielähnliche Zuteilung dieser Einkäufe.

Genshin Impact wurde innerhalb von Stunden zum Mega-Bestseller auf dem Videospiel-Markt. Schon vor seiner Veröffentlichung am 28. September zählte das Game über 21 Millionen registrierte Spieler. Für seine Entwickler erwies sich Genshin Impact auch finanziell als voller Erfolg. Innerhalb von nur 12 Tagen durchbrach es die Umsatzgrenze von 100 Mio. USD. Dabei kam dem Spiel zugute, dass es nicht nur für Konsolen wie PlayStation und Nintendo, sondern auch für Android- sowie iOS-Smartphones und Tablets verfügbar ist. Somit verfügt es über eine potenzielle Reichweite in Milliardenhöhe verfügt.

Ähnlich wie bei den umstrittenen Lootboxen hätten Spieler keinen Einfluss darauf, in welcher Form ihre Charaktere verbessert würden, so Kritiker. Stattdessen setze miHoYo auf eine Art Spielautomaten, der dem Spieler die erkaufte Leistung per Zufallsgenerator zuweise.

Keinen Einfluss auf den Gewinn

Kritiker zählen Genshin Impact deshalb zu den besonders in Asien weit verbreiteten Gacha-Games, bei denen Spielern ein Gewinn zwar prinzipiell zugesichert ist, dessen tatsächliche Gestalt von ihnen jedoch nicht beeinflusst werden kann.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die undurchsichtige Bezahlweise bei Genshin Impact. Um Zusatzleistungen kaufen zu können, müssen Spieler mit einer Ingame-Währung bezahlen, die sie vorher gegen echtes Geld eingetauscht haben. Erschwert wird der Preisvergleich, indem für verschiedene Leistungen Fantasie-Werte mit Namen wie “Schöpfungskristall” oder “Urgestein” mit jeweils unterschiedlichem Geldwert verlangt werden.

In Onlineforen monierten zahllose Spieler, auf diese Weise dreistellige Dollarbeträge ausgegeben zu haben, ohne zu realisieren, wie viel Geld sie bereits in das beliebte Spiel investiert hätten.

Es bleibt die Frage, ob die Kritik in naher Zukunft Spielerschützer auf den Plan rufen wird. Bisher ist von dieser Seite in Bezug auf Genshin Impact noch nichts zu vernehmen.