Gefeuert: Casino-Managerin leiht sich bei Untergebenen Geld fürs Glücksspiel

Veröffentlicht am: 21. Dezember 2021, 12:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Dezember 2021, 12:42 Uhr.

In Australien ist einer leitenden Casino-Managerin ihre Glücksspielleidenschaft zum Verhängnis geworden. Die beim australischen Betreiber Star Casino angestellte Minh Nguyen hatte sich bei Kolleginnen und Kollegen über 7.000 AUD (4.400 Euro) geliehen, um ihr Automatenspiel zu finanzieren. Dafür wurde sie nun von ihrem Arbeitgeber gefeuert.

Star Casino Sydney
Die Casino-Managerin hatte Glücksspiel-Probleme (Bild: Flickr/ Simon_sees, CC BY 2.0)

Die Leitung des Star Casinos sah es als erwiesen an, dass Nguyen im Kreis ihrer Mitarbeiter in den letzten beiden Jahren mehrfach um Geld gebeten hatte. Als Grund dafür habe sie unter anderem angegeben, die Finanzmittel für familiäre Angelegenheiten zu benötigen.

Stattdessen sei das Geld ins Casino und das problematische Glücksspielverhalten der Frau geflossen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Managerin als Vorgesetzte ihre Untergebenen angepumpt habe.

Nguyen habe sich dabei auf äußerst trickreiche Weise um das Geld bemüht. So habe sie einer Angestellten in einem Fall zuerst die Arbeitsschicht gekürzt und ihr versprochen, sie nach Hause zu fahren. Auf dem Weg habe sie an einem Geldautomaten gestoppt, damit die Mitarbeiterin 1.000 AUD für sie abheben konnte.

Die nun entlassene Frau habe in der Folgezeit weitere Untergebene um Geld gebeten und bis zu 3.000 AUD von ihnen erhalten. Stets habe sie den wahren Hintergrund verschleiert und den Betroffenen versprochen, die Schulden kurze Zeit später zu begleichen.

Kaum Rückzahlungen

Doch dazu sei es nur teilweise und lediglich nach wiederholter Nachfrage gekommen. Meist habe sie stattdessen den Kontakt abgebrochen, Telefonanrufe blockiert und sei auf die Forderungen nicht eingegangen. Gegenüber den Ermittlern hätten die Angestellten aus dem Star Casino erklärt, sich ihrer Vorgesetzten gegenüber verpflichtet gefühlt zu haben. Deshalb hätten sie gezahlt.

Nguyen hingegen sei sich keiner Schuld bewusst. Sie habe betont, dass es keinen Machtmissbrauch gegenüber den ihr unterstellten Beschäftigten gegeben habe. Das Star-Management teilte diese Meinung jedoch nicht und entließ die Frau. Darüber hinaus untersagte es ihr den künftigen Besuch des Star-Casinos und informierte die Glücksspielaufsicht des Bundesstaates New South Wales.

Diese widerrief daraufhin Nguyens Arbeitsgenehmigung für die Glücksspielbranche. Ihr Vorsitzender Phillip Crawford begründete dies in einem Statement:

Die wiederholte Art der Verstöße deutet auf einen Mangel an Ehrlichkeit und einen erheblichen Mangel an Sorgfalt oder Fähigkeiten in Bezug auf die Einhaltung der Vorschriften hin

Die Maßnahmen von Behörde und Unternehmen seien nicht nur als Strafe gedacht. Zugleich sollten sie die Frau vor einer Verschärfung ihrer Spielsucht schützen. Ob diese Strategie Früchte trägt, wird die Zukunft zeigen müssen.