1 Mrd. Euro Umsatz! Illegales Online-Casino ausgehoben
Posted on: 17/10/2025, 04:40h.
Last updated on: 16/10/2025, 03:43h.
- In Frankreich haben Behörden ein gigantisches illegales Online-Casino ausgehoben.
- Zwei Männer werden verdächtigt, damit 1 Mrd. Euro umgesetzt zu haben.
- Das unlizenzierte Glücksspiel wurde von Curaçao und Zypern aus betrieben.
Weltweit generieren Betreiber von nicht lizenzierten Glücksspiel-Websites Milliardensummen. Oft müssen die Behörden den meist straff organisierten internationalen Banden tatenlos zusehen. In Frankreich gelang den Ermittlern nun ein bedeutender Schlag gegen ein illegales Online-Casino.

Nach Angaben diverser Medien wurden in dieser Woche in diesem Zusammenhang zwei Männer verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, illegale Glücksspiel-Websites von Curaçao und Zypern aus betrieben zu haben.
Seit dem Jahr 2021 sollen die beiden und ihre Komplizen vor allem unter der Marke Crésus Casino aktiv gewesen sein. Ihre Zielgruppe waren bevorzugt Spieler aus Frankreich, ohne dass die Betreiber eine französische Glücksspiellizenz besaßen. Deshalb wird der Fall nun von dem auf die organisierte Kriminalität spezialisierten Gericht (JUNALCO) behandelt.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte dazu:
Zwei Männer wurden einem Untersuchungsrichter der JUNALCO vorgeführt (…) Sie wurden wegen des Betriebs verbotener Glücksspiele in einer organisierten Gruppe, illegaler Online-Glücksspiele, Geldwäsche in einer organisierten Gruppe und Werbung für nicht autorisierte Glücksspielseiten angeklagt.
Die Beamten werten die Verhaftung der Männer und die Aushebung des Glücksspielrings als großen Erfolg. Ihre Ermittlungen waren im 2024 nach Hinweisen der französischen Glücksspielbehörde FDJ ausgelöst worden.
Über eine Millionen Kunden im Monat
Den Behörden zufolge betrieben die Verdächtigen über die Marke Crésus Casino hinaus eine ganze Reihe illegaler Websites. Dazu sollen Angebote wie Casino-Privé, Lucky 8, Jackpot Bob und Olympe Casino gehört haben. Diese sind allesamt nicht lizenziert.
Die Kundschaft soll zu 98 % aus Franzosen bestanden haben. Davon haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft monatlich über eine Million Spieler in die illegalen Online-Casinos begeben.
Neben illegalem Glücksspiel und Geldwäsche wird den Verdächtigen illegale Werbung vorgeworfen. Um ihre Websites zu vermarkten, sollen sie einen YouTube-Kanal mit 900.000 Abonnenten betrieben haben.
Im Rahmen ihrer Ermittlungen stellten die Beamten fest, dass die Bande allein im Jahr 2023 etwa 237 Mio. Euro umgesetzt hat. Zwischen Februar 2022 und Mai dieses Jahres flossen zudem über 92 Mio. Euro auf Konten von tschechischen Banken.
Unterstützt wurden die französischen Behörden von der EU-Agentur für juristische Zusammenarbeit in Strafsachen (Eurojust) und Verfolgungsbehörden aus Zypern. Letztere sorgten für eine Razzia in einem Haus der beiden Männer auf der Mittelmeerinsel.
Sie müssen sich nun vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zehn Jahren Haft und Geldstrafen von bis zu 750.000 Euro. Alternativ könnte auf sie die Zahlung der Hälfte des Wertes der gewaschenen Vermögenswerte zukommen. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.
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