Finnen haben weniger Probleme mit dem Glücksspiel

Veröffentlicht am: 25. August 2020, 01:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. August 2020, 01:22 Uhr.

Finnlands staatlicher Glücksspielanbieter Veikkaus hat eine aktuelle Studie zur Verbreitung von problematischem Glücksspielverhalten veröffentlicht. Laut dem vom Meinungsforschungsinstitut Taloustutkimus angefertigten Bericht [Link auf Finnisch], sei die Zahl der Problemspieler in dem skandinavischen Land von November 2019 bis April 2020 deutlich zurückgegangen.

Würfel und Jetons
Weniger Finnen haben Probleme mit dem Glücksspiel. (Quelle: Pixabay)

Nach neuesten Erhebungen wiesen etwa 95.000 Finnen (2,3 % der finnischen Bevölkerung) ein problematisches Spielverhalten auf. Damit habe sich die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum vergangenen November um 21.000 Personen reduziert.

Verglichen mit den Daten aus Deutschland ist das problematische Glücksspielverhalten in Finnland stärker ausgeprägt. Der Jahresbericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für 2019 beziffert die Zahl der betroffenen Personen in der Bundesrepublik auf 229.000 (0,39 % der Deutschen).

Veikkaus lässt seit dem Jahre 2017 regelmäßig Studien zum Spielverhalten der Finnen durchführen. Seinen höchsten Wert erreichte die Anzahl der Problemspieler im Dezember 2017. Damals sollen 133.000 finnische Bürger (3,3 % der Bevölkerung) unter Spielproblemen gelitten haben.

Probleme mit der Selbstkontrolle

Wie Veikkaus mitteilt, sei die Bevölkerungsstudie zum problematischen Glücksspiel nicht das einzige Mittel, mit dem das Glücksspielverhalten in Finnland kontrolliert werde. Das Staatsunternehmen führe auch regelmäßige Befragungen zum Thema durch, an denen Zehntausende Bürger teilnähmen.

Dabei hätten im vergangenen Jahr 2,9 % der Befragten der Aussage zugestimmt, Probleme mit der Kontrolle des eigenen Glücksspielverhaltens gehabt zu haben.

Seit dem Jahre 1995 überwache Veikkaus zudem die spezifische Beziehung der Finnen zum Automatenspiel. Dabei zeichne sich aktuell ein Negativtrend ab:

Laut der Studie aus dem Jahre 2019 schätzten 1,8 %, dass sie selbst oder eine Person, die dauerhaft im selben Haushalt lebt, ein problematisches Spielverhalten [An Automaten. Anm. d Red.] habe. Im Jahre 2018 belief sich die Zahl auf 1,3 %.

Dieser Entwicklung wolle man ab Januar 2021 mit einer neuen Ausweispflicht an Spielautomaten entgegnen. Sie solle es vor allem Minderjährigen erschweren, unbemerkt an den Geräten spielen zu können.