Euro 2020: Massiver Rückgang der Glücksspiel­werbung in Groß­britannien

Veröffentlicht am: 8. Juli 2021, 12:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Juli 2021, 01:16 Uhr.

Die bis zum Sonntag stattfindende Euro 2020 lockt angesichts des Erfolgs des englischen Teams Millionen von Zuschauern vor die Fernseher. Diese bekommen sehr viel weniger Glücksspielwerbung zu sehen als bei früheren Turnieren. Einer aktuellen Studie zufolge hat die Anzahl der Clips im Vergleich zur Fußball-WM 2018 um 47 % abgenommen.

Fernseher Fußballspiel
Bei der Euro 2020 läuft kaum Glücksspielwerbung. (Bild: Casino.org)

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) veröffentlichte die Daten am Mittwoch auf seiner Webseite. Aus diesen geht hervor, dass der Sender ITV während der Gruppenphase insgesamt 85 Werbespots der Glücksspielbranche ausgestrahlt hat.

Dem BGC zufolge seien dies 3,7 Anzeigen je Match, was einem massiven Rückgang gegenüber 2018 entspreche. Bei der damals in Russland ausgetragenen WM hätten britische Zuschauer je Partie noch durchschnittlich 6,9 Anzeigen von Glücksspielanbietern zu sehen bekommen. Insgesamt seien damals in der Vorrunde 161 Werbeclips für Online-Casinos, Sportwetten-Anbieter und Co. gesendet worden.

BGC: Erfolg des freiwilligen Werbebeverzichts

Der BGC-Vorsitzende Michael Dugher führte die reduzierte Werbung auf den 2019 vom Verband eingeführten Werbeverzicht zurück. Damals beschlossen die BGC-Mitglieder, während Live-Übertragungen von Sportereignissen (“Whistle-to-Whistle“) keine Werbung im TV zu schalten.

Dugher erklärte:

Diese Zahlen belegen den Erfolg des Whistle-to-Whistle-Banns und das seit 2019 von der regulierten Branche eingeführte kontinuierliche Streben nach höheren Standards.

Vor Beginn des Turniers hätten die “üblichen Verdächtigen der Anti-Glücksspiel-Lobby” zum wiederholten Male düstere Prognosen über eine Flut von Glücksspielwerbung während der EM propagiert. Diese Warnungen hätten sich als haltlos erwiesen.

Dem BGC zufolge haben Studien im vergangenen Jahr ergeben, dass der Verzicht dazu geführt hat, dass Minderjährige während der Spiele 97 % weniger Glücksspielwerbung sehen als zuvor. Zudem würden Jugendliche in der Werbung besser aufgeklärt, da 20 % der Inhalte für Informationen zum verantwortungsvollen Spiel reserviert seien.

Tatsächlich seien die Zuschauer nicht mit Werbung bombardiert worden. Deshalb gebe es keine Grundlage für ein generelles Werbeverbot der Branche, so Dugher. Er sei darüber hinaus zufrieden, dass die Regierung seine Meinung bezüglich des fehlenden Zusammenhanges von Werbung und der Entwicklung eines problematischen Spielverhaltens teile.

Die nun festgestellte Verringerung der Werbung sei ein Beleg für das Engagement der Unternehmen zur Bereitstellung eines verantwortungsvollen Glücksspiels. Dies hebe die lizenzierten Anbieter vom Schwarzmarkt ab. Zudem schaffe dieser in Großbritannien weder Jobs, zahle keine Steuern und unterstütze nicht den Sport.