EURO 2020: Europas Buchmacher versprechen Glücksspiel­werbung mit Verantwortung

Veröffentlicht am: 9. Juni 2021, 01:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Juni 2021, 01:19 Uhr.

Die Mitglieder des europäischen Glücksspielverbands European Gaming and Betting Association (EGBA) haben sich bereiterklärt, während der Fußball-Europameisterschaft EURO 2020 die Einhaltung des EGBA-Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Glücksspielwerbung überwachen zu lassen. Dies teilte die EGBA am Dienstag in einer Presseerklärung [Seite auf Englisch] mit.

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EURO 2020: Wett- und Glücksspielanbieter versprechen verantwortungsvolle Werbung. (Bild: flickr.com, pixabay.com, casino.org)

Die Überwachung der Werbeaktivitäten der Sportwetten- und Glücksspielbetreiber habe bereits am 20. Mai begonnen und sei bis zum Ende der Fußball-EM vorgesehen. In dieser Zeit sei die Präsenz der Glücksspielwerbung besonders hoch.

Der Generalsekretär der EGBA, Maarten Haijer, erklärte:

Die EGBA-Mitglieder engagieren sich für sozialverträgliche Werbung, insbesondere bei prominenten Veranstaltungen wie der Fußball-Europameisterschaft 2020. Der verantwortungsvolle Werbekodex der EGBA setzt diese Verpflichtung in die Tat um, und die unabhängige Überwachung des Kodex durch Dritte wird sowohl die Einhaltung als auch das Vertrauen in den Kodex unterstützen.

In vielen Ländern sei Glücksspielwerbung ein Thema, das heiß diskutiert werde, so Haijer weiter. Daher müsse die Branche mehr Verantwortung in Bezug auf die Inhalte und den Ton ihrer Werbung übernehmen.

Die Mitglieder der EGBA seien bestrebt, die Messlatte für verantwortungsvolle Werbestandards höher zu legen und Haijer hoffe, dass diese Bemühungen auch seitens der europäischen Regulierungsbehörden anerkannt würden.

EGBA-Verhaltenskodex: Welche Vorgaben müssen Wettanbieter einhalten?

Die Überwachung wird von der European Advertising Standards Alliance (EASA) durchgeführt, dem europäischen Verband der Standardisierungsgremien für Werbung.

Der Verhaltenskodex der EGBA für verantwortungsvolle Werbung gilt für ihre Mitglieder und deren Betrieb in der EU und im Vereinigten Königreich und repräsentiert einen wesentlichen Bestandteil einer wirksamen Selbstregulierung. Um die Einhaltung des Kodex zu gewährleisten, erfolgten regelmäßige Kontrollen.

Die Vorgaben des Kodex legen fest, was Wett- und Glücksspielanbietern verboten ist:

  • Behauptungen, dass Glücksspiel keine Risiken finanzieller Verluste beinhalte
  • Falsche oder unrealistische Informationen über die Wahrscheinlichkeit von Glücksspielgewinnen
  • Aufstellen von Behauptungen, dass Fähigkeiten die Ergebnisse beeinflussen können
  • Die Möglichkeit des anonymen Spiels zu versprechen
  • Gezieltes Ansprechen Minderjähriger
  • Förderung oder Duldung kriminellen oder unsozialen Verhaltens
  • Behaupten, Glücksspiel führe zu sozialem Erfolg
  • Aussagen, dass Glücksspiel eine Alternative zu Erwerbstätigkeit darstellt und die Lösung finanzieller Probleme ist
  • Implizieren, dass Glücksspiel wichtiger ist als soziale Kontakte
  • Aussagen, dass Glücksspiel sexuellen Erfolg unterstützt
  • Ausnutzung der kulturellen Rolle des Glücksspiels

Das globale Analyseunternehmen Nielsen verfolgt im Fernsehen, in den sozialen Netzwerken und Online-Medien die Werbeinhalte derzeit in den EU-Ländern Griechenland, Rumänien, Schweden und Irland. Dennoch gälten die Vorgaben für alle Länder der EU.

Ob eine Ausweitung der Kontrollaktivitäten auf andere EU-Staaten erfolgen wird, ist nicht klar.