Hohes Epilepsie-Risiko beim neuen Videospiel Cyberpunk 2077

Veröffentlicht am: 13. Dezember 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Dezember 2020, 04:38 Uhr.

Am Donnerstag ist das lang erwartete Videospiel Cyberpunk 2077 erschienen. Kurz vor der offiziellen Veröffentlichung des Open-World-Action-Adventure hat sein Hersteller, das polnische Entwicklerstudio CD Project RED, einen besonderen Warnhinweis hinzugefügt. So gehe von dem Spiel eine erhöhte Gefahr aus, einen epileptischen Anfall zu erleiden.

Cyberpunk 2077 Spielszene
Entwickler von Cyberpunk 2077 warnen vor Epilepsie-Risiko (Bild: Cyberpuck 2077)

Wie CD Project RED erklärt, hätten einige Spieler, die das Spiel vorab testen konnten, von epileptischen Anfällen während des Spielens berichtet, obwohl sie nicht grundsätzlich an Epilepsie litten.

Während epileptische Anfälle in der Videogame-Szene nicht unbekannt seien und auch andere Spiele entsprechende Warnhinweise enthielten, scheine von Cyberpunk 2077 ein besonderes Risiko auszugehen.

Videospiele, aber auch bewegte Bilder auf TV- oder Computer-Bildschirmen im Allgemeinen, können bei dafür anfälligen Menschen epileptische Anfälle auslösen. Der genaue Auslöser dafür sind flackernde Lichter, wobei grelle und rote Farben eine besonders große Rolle spielen. Bei dieser Form der Epilepsie spricht man daher von photosensitiver (lichtsensitiver) Epilepsie.

Das Spiel enthalte eine sehr hohe Anzahl von Animationen, in denen rote Lichter flackern. Ein besonders riskantes Spielfeature sei das sogenannte „Braindance“-Feature, bei dem der virtuelle Charakter eines Spielers eine Art Rückblende seines eigenen Lebens erhält.

In dieser Spielsequenz kämen sehr viele rot-weiß flackernde Lichteffekte zum Einsatz. Spieler, die anfällig für epileptische Anfälle seien, sollten daher unbedingt ihr VR-Headset absetzen oder die Augen schließen, warnt der Hersteller.

Ein Problem für den E-Sport

Epileptische Anfälle unter Gamern können besonders im professionellen E-Sport ein Problem darstellen. Im Januar sorgten zwei Amateur-E-Sportler für Schlagzeilen, weil einer von ihnen während eines Kampfes in EAs Star Wars Battlefront einen epileptischen Anfall erlitten haben soll.

Als der 17-jährige Brite seinen Anfall erlitten habe, sei er über Kamera und Mikrofon mit einer 20-jährigen Spielerin aus Texas verbunden gewesen. Diese sei somit Zeugin des Geschehens geworden und habe von den USA aus die britische Polizei informiert.

Die Polizei sei dann zur großen Überraschung der Eltern des Jungen bei ihm zu Hause erschienen, wo sie ihn desorientiert in seinem Zimmer vorgefunden habe. Hätte seine Gegenspielerin aus Texas nicht Hilfe gerufen, hätte seine Familie von seinem Anfall nichts mitbekommen, hieß es in den Medien.

Im Rahmen professioneller E-Sport-Turniere scheint sich ein derartiger Vorfall noch nicht ereignet zu haben. Für E-Sport-Interessierte, die zu epileptischen Anfällen neigen, könnte eine Karriere in der Branche jedoch schwierig werden.