Eddie Jordan steigt aus Wett­bieten um Glücks­spiel­konzern Playtech aus

Veröffentlicht am: 21. January 2022, 01:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. January 2022, 02:06 Uhr.

Das Wettbieten um den Glücksspielkonzern Playtech könnte entschieden sein, bevor es richtig Fahrt aufgenommen hat. Am Freitag bestätigte das unter anderem von dem ehemaligen Formel-1-Rennstallbesitzer Eddie Jordan geleitete Konsortium JKO Play, dass es sein Angebot für den Übernahmekandidaten zurückgezogen habe.

Eddie Jordan
Eddie Jordan war lange in der Formel 1 aktiv. (Bild: Curt Smith, CC 2.0)

Als Grund für den Schritt gab JKO Play die Ablehnung von Playtech-Aktionären gegen den Einstieg der britischen Investoren an. Medienberichten zufolge sei der Widerstand von einer Aktionärsgruppe aus Asien angeführt worden, die mit einem Anteil von 27,7 % eine Sperrminorität besitze.

In einem Statement bedauerte die JKO-Führung den Schritt. Es sei viel getan worden, um Playtech von dem Angebot überzeugen. Jordan erklärte:

Unser Team hat unermüdlich daran gearbeitet, ein Angebot zusammenzustellen, das einen Mehrwert für die Aktionäre von Playtech schafft und ein aufregendes neues Kapitel für das Unternehmen aufschlägt.

Er sei „extrem stolz“ auf die Energie, die seine Partner in das Projekt gesteckt hätten, führte der ehemalige Teamchef von Michael Schumacher aus. Als ein Ende des Interesses an der Glücksspielbranche sei dieser Schritt nicht zu verstehen. JKO prüfe auch weiterhin Optionen für einen künftigen Einstieg.

Ist jetzt Aristocrat am Zug?

Durch Jordans Rückzug spricht nun alles für eine Übernahme durch den ersten Kaufinteressenten Aristocrat Leisure. Der australische Glücksspielkonzern hatte im vergangenen Herbst ein Angebot in Höhe von 2,7 Mrd. GBP (3,2 Mrd. Euro) abgegeben und galt zu dem Zeitpunkt als Favorit für die Übernahme.

Auch der Playtech-Vorstand hatte dem Angebot von Aristocrat im Oktober 2021 zugestimmt. Nachdem JKO jedoch für den Glücksspielkonzern einen Kaufpreis von 3 Mrd. GBP (3,6 Mrd. Euro) ins Spiel brachte, war erneut Bewegung in die Verhandlungen gekommen.

Die Entscheidung von JKO Play hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angekündigt. Nachdem eine ursprünglich am 5. Januar auslaufende Frist zur Abgabe eines Angebotes bis kommenden Mittwoch verlängert worden war, hatten Finanzanalysten verstärkt Zweifel an einem Erfolg des Vorhabens geäußert.

Angesichts des Widerstands der Playtech-Aktionäre dürfte es fraglich sein, ob sich ein weiterer möglicher Interessent zur Abgabe eines Angebotes bereit erklärt. An der Börse reagierten die Händler umgehend auf den Rückzug von JKO. Am Freitag verlor die Playtech-Aktie rund 15 % an Wert.