Dürre im Glücksspiel-Paradies Las Vegas – Geht den Casinos bald das Wasser aus?

Veröffentlicht am: 14. Juli 2021, 01:25 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Juli 2021, 06:21 Uhr.

Die Wasserfontänen vor dem Bellagio Hotel & Casino gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Doch sie sind auch Symbol für eines der knappsten Güter der Region: das Wasser. Die aktuell gemeldeten Hitzerekorde mit Temperaturen von über 50 Grad sorgen dafür, dass die Besorgnis um die Wasserversorgung des Glücksspiel-Paradieses und seiner Umgebung steigt.

Las Vegas Bellagio Casino Springbrunnen
Auch die Casinos von Las Vegas werden strikt zum Wassersparen angehalten. (Bild: Pixabay/nitli)

Wie unter anderem die Zeitung The Guardian berichtet, seien derzeit rund 50 Ermittler der örtlichen Wasserbehörde im Einsatz, um selbst die kleinste Wasserverschwendung aufzudecken. So ist beispielsweise die Bewässerung von 11 Uhr morgens bis 19 Uhr abends sowie ganztägig sonntags untersagt. Verstöße werden mit Bußgeldern in Höhe von 80 USD (rund 67 EUR) geahndet.

Wüstenpflanzen statt Rasenflächen in Las Vegas

Um der Wasserverschwendung im Besuchermagneten Las Vegas Einhalt zu gebieten, verabschiedete der US-Bundesstaat Nevada erst im vergangenen Monat ein neues Gesetz zur Entfernung unnötigen Rasens in der Stadt. Damit sollen rund 40 Prozent der Rasenflächen verschwinden.

Dies gelte zum Beispiel für Büroparks, Mittelstreifen der Straßen und die Eingänge von Wohnsiedlungen. Auch wenn für sie diese Vorgaben nicht gelten, wird Gartenbesitzern in Sin City empfohlen lieber auf Wüstenpflanzen als auf grünen Rasen zu setzen.

Grund hierfür ist das historische Tief, auf das der Lake Mead, der Las Vegas zu 90 Prozent mit Wasser versorgt, gesunken ist.

Der Lake Mead ist ein Stausee, der vom Hoover Dam im Colorado River angestaut wird. Rund 50 Kilometer von Las Vegas entfernt gelegen, dient er der Trinkwasserversorgung und der Bewässerung von Ackerflächen in Nevada, Arizona und Kalifornien.

Im Juni hat er das niedrigste Niveau seit seiner Errichtung im Jahr 1936 erreicht. Davon ist jedoch nicht nur die Wasserversorgung betroffen, sondern auch die Stromversorgung. Normalerweise würde der Staudamm Elektrizität für rund 8 Mio. Menschen bereitstellen, so die zuständigen Behörden. Im Juni jedoch sei diese Kapazität um 25 Prozent gesunken und bis August werde eine weitere Verschlechterung der Situation erwartet.

Weniger Wasser für die Casinos am Las Vegas Strip?

Da weiterhin sinkende Wasserpegel erwartet werden, müsse der Wasserverbrauch auf allen Ebenen weiter reduziert werden. So erklärt Brad Udall, Wasser- und Klimawissenschaftler an der Colorado State University, gegenüber dem Guardian:

Vegas hat großartige Dinge geleistet, wie das Ausreißen des Grases, aber wir haben seit dem Jahr 2000 20 Prozent des Wassers des Colorado River verloren und ein weiterer Verlust von 10 Prozent bis 2050 ist durchaus möglich.

Dementsprechend müssten beispielsweise die Kühlsysteme der Casinos in Las Vegas genau auf ihren Wasserverbrauch hin untersucht werden. Einige Casinos setzen angesichts der Problematik jedoch bereits auf fortschrittliche Lösungen.

So meldete das Circa Resort & Casino bereits im vergangenen Jahr, für seinen Pool ein neuartiges Wasserreinigungssystem zu nutzen. Dieses arbeite das Wasser stündlich vollständig auf und bietet damit kristallklares Wasser, ohne dass der Pool dafür neu gefüllt werden müsse.

Generell verbrauchten die Casinos am Las Vegas Strip Medienmeldungen zufolge weniger Wasser als gemeinhin vermutet. Der Konsum belaufe sich auf 1 Prozent des gesamten Wassers, das der Colorado River bereitstelle. Grund hierfür sei, dass seit 1991 jedes neu gebaute Casino einen detaillierten Plan für den täglichen Wasserverbrauch vorlegen müsse, bevor es eine Baugenehmigung erhalte.