Das Millionenspiel – aktuelle Transfers der europäischen Fußball-Ligen

Veröffentlicht am: 27. Januar 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. Januar 2019, 04:58 Uhr.

In diesen Tagen herrscht wieder reges Treiben auf dem internationalen Markt für Fußballspieler, denn das Transferkarussell dreht sich noch bis Ende Januar. Dabei überbieten sich die Clubs aus Premier League und Co. erneut mit Millionensummen, um die begehrten Stars zu verpflichten.

Fußballstadion
Die europäischen Ligen rüsten weiter auf (Bild: Wikipedia)

Top-Talent geht für 75 Millionen Euro nach Barcelona

Im Wettbieten zahlreicher europäischer Top-Clubs um Frenkie de Jong hat der FC Barcelona das Rennen gemacht. Für die Rekordsumme von 75 Millionen Euro verpflichteten die Spanier das 21-jährige Talent von Ajax Amsterdam zum Sommer 2019 und statteten ihn mit einem Vertrag bis zum Jahr 2024 aus.

Ronald Koeman, Nationaltrainer der Niederlande, zeigt sich äußerst beeindruckt von de Jongs Potential:

“Er hat viel Takt und viel Übersicht, er denkt schnell. Er ist der Schlüssel des Spiels der Nationalmannschaft.”

Das Nachsehen hatten namhafte Clubs wie Paris Saint-Germain oder der FC Bayern, die um die Dienste des Niederländers gebuhlt hatten. Durch eventuell anfallende Boni kann die Transfersumme sogar noch auf 86 Millionen Euro steigen. Damit stellt de Jong den Rekorderlös beim Transfer eines Niederländers auf.

Millioneneinkauf Sala über dem Ärmelkanal verschollen
Ein besonders tragischer Vorfall um einen gerade transferierten Spieler ereignete sich Anfang dieser Woche am Ärmelkanal, als das Kleinflugzeug, in dem sich der 28-jährige argentinische Stürmer Emiliano Sala befand, von den Radarschirmen verschwand und vermeintlich ins Meer stürzte.

Dieser hatte am letzten Wochenende seinen Wechsel vom französischen Erstligisten FC Nantes zum englischen Premier League-Club Cardiff City perfekt gemacht. Die Ablöse betrug rund 17 Millionen Euro. Trotz einer großangelegten Suchaktion konnten weder der Fußballprofi noch der Pilot bisher geborgen werden.

Auch in Italien wurden im Januar Rekorde gebrochen: Als Kompensation für den Weggang von Higuain sicherte sich der AC Milan für eine Ablöse von 35 Millionen Euro die Dienste des Offensivspielers Krzysztof Piatek vom Ligakonkurrenten aus Genua. Damit wurde Piatek zum teuersten polnischen Transfer aller Zeiten.

Für Genua ist der Verkauf ein perfekter Deal, denn der Club hatte den 23-jährigen Mittelstürmer erst letzten Sommer für nur 4,5 Millionen Euro erworben. Gleichzeitig kaufte der AC Mailand Lucas Paqueta von Flamengo Rio de Janeiro. Für den Spieler legten die Italiener 35 Millionen Euro auf den Tisch.

Premier League-Logo
Die Premier League gibt am meisten aus (Bild: Wikipedia)

Premier League investiert am meisten Geld

Wie in den vergangenen Jahren kommen die spendierfreudigsten Clubs aus der englischen Premier League. So wird Gonzalo Higuain den AC Mailand für kolportierte 9 Millionen Euro zunächst bis zum Ende der Saison auf Leihbasis für den FC Chelsea auflaufen. Der Londoner Club hält zudem eine Kaufoption über 36 Millionen Euro.

Der Club aus Londons Westen wurde auch in der Bundesliga fündig. Mit Dortmund einigten sich die Manager auf den Kauf von Christian Pulisic, der für 64 Millionen Euro den BVB verlässt. Allerdings handelten die Verantwortlichen sogleich ein Leihgeschäft aus, sodass der Spieler Dortmund noch bis zum Ende der Saison erhalten bleibt.

Premier League – Krösus in Europa
Die großen Geldsummen, die die englischen Clubs ausgeben, stammen vornehmlich aus zwei Quellen: Zum einen hat der Verband einen äußerst lukrativen TV-Vertrag mit britischen Fernsehsendern abgeschlossen. Dieser garantiert der Liga bis 2019 Einnahmen von jährlich 2,75 Milliarden Euro. Allein Meister FC Chelsea kassiert deshalb für die Saison 2018/19 173 Millionen Euro und auch ein Absteiger erhält mehr Geld, als hierzulande Bayern München.

Der andere Grund sind die spendierfreudigen Besitzer der Clubs, die viel Geld in ihre Vereine investieren. Milliardäre wie Chelseas Eigentümer Roman Abramowitsch oder Malcolm Glazer (Manchester United) gehören zum internationalen Geldadel. Zudem investieren Staatsfonds wie der des Emirats Katar (Manchester City) jährlich viele hundert Millionen Euro, um für ihre Vereine die besten Spieler zu kaufen und diese fürstlich zu entlohnen.

Gerüchten zufolge hat Arsenal zudem ein Auge auf Real Madrids James Rodriguez geworfen, während sich die Madrilenen für den bei Manchester City unglücklichen 100 Millionen-Spieler Paulo Dybala interessieren.

Auch die Bundesligaclubs bleiben nicht untätig

Fußballspieler Dortmund
Auch Dortmund investiert in sein Team (Bild: Wikipedia)

Zum kommenden Sommer verpflichtet der FC Bayern den Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart. Der 22-jährige Franzose ist den Bayern 35 Millionen Euro wert und unterschrieb einen Vertrag über fünf Jahre.

Der VfB Stuttgart nutzt die Einnahmen, um sich ebenfalls namhaft zu verstärken. Für rund 11 Millionen Euro verpflichtete der abstiegsgefährdete Club den Innenverteidiger Ozan Kabak. Dieser wird damit zu Stuttgarts neuem Rekordtransfer, der dem Verein dabei helfen soll, den drohenden erneuten Abstieg abzuwenden.

Borussia Dortmund weiß ebenfalls, wie es die Millionen, die der Pulisic-Wechsel in die Kassen gespült hat, reinvestiert: So will der Revierclub den 21-jährigen Leonardo Balerdi für 15 Millionen Euro von Boca Juniors kaufen.

Gleichzeitig soll der BVB laut Informationen der “Bild” an Gladbachs Starspieler Thorgan Hazard interessiert sein. Um den Spieler aus seinem bis 2020 gültigen Vertrag zu kaufen, müssten die Dortmunder allerdings 42 Millionen Euro zahlen.

Ex-Skandalspieler Kevin-Prince Boateng künftig bei Barca

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Transfer von Kevin-Prince Boateng zum FC Barcelona. Der ehemalige Hertha-Profi und Halbbruder von Jerome Boateng wechselt zunächst auf Leihbasis vom italienischen Erstligisten US Sassuolo zum katalanischen Spitzenclub. Sollte Barcelona mit den Leistungen Boatengs zufrieden sein, können sie Ende der Saison eine Kaufoption ziehen und den Spieler für acht Millionen Euro kaufen.

Damit endet das Transferkarussell allerdings noch lange nicht, denn das Zeitfenster ist in den meisten europäischen Ligen noch bis zum 31. Januar geöffnet. Deshalb sind weitere spektakuläre Transfers nicht ausgeschlossen. Medien und Fans dürfen also gespannt bleiben.