Der Vorstand der Spillemyndigheden [Seite auf Englisch], Dänemarks oberster Glücksspiel-Aufsicht, warnt in einer aktuellen Erklärung Anbieter von Online Casinos vor der Verwendung von Begriffen wie „kostenlos“ oder „umsonst“ bei der Bewerbung ihrer Bonusprogramme.

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Dänemarks Glücksspiel-Kontrolleure greifen verschärft durch (Bild: spillemyndigheden.dk)

Die Kontrolleure weisen in ihrem Statement auf eine Erklärung aus dem Jahr 2016 hin, nach der die Nutzung eines Begriffes wie “umsonst” in Verbindung mit Werbemaßnahmen für Bonusangebote gegen die Bestimmungen für das Glücksspiel-Marketing verstoße.

Irreführung ist verboten

Gleichzeitig stören sich die Aufseher an der Verwendung von Aussagen wie “ohne Kosten”, “kostenlose Spins” oder “umsonst wetten”, wenn ein Mindestumsatz die Voraussetzung für den Bonus ist. Dies sei nach Meinung von Spillemyndigheden grob irreführend und damit zugleich ein Verstoß gegen die dänischen Werberichtlinien.

In ihrem Statement erklären die Aufseher:

“Aufgrund der Verwendung dieser Begriffe könnten Kunden denken, dass das Angebot tatsächlich vollkommen kostenlos ist. Wenn dies nicht der Fall ist, verstößt ein solches Angebot gegen die Bestimmungen. Der Einsatz einer Aussage wie “kostenlos” ist nur dann erlaubt, wenn tatsächlich keinerlei Vorleistung des Kunden erforderlich ist.”

Mit ihrer Erinnerung treffen die Kontrolleure einen wunden Punkt bei den Online Casinos. Diesen wird von Organisationen und Politikern immer wieder vorgeworfen, ihre Bonusangebote als kostenlos zu bewerben und in ihren Anzeigen und TV-Spots zu verschleiern, dass die Spieler gewisse Mindestsummen setzen müssten, um in den Genuss der Boni zu gelangen.

Doch es sind nicht nur die Mindesteinsätze, welche die Bonusangebote oft so umstritten machen. Bei vielen Anbietern muss ein Kunde das Bonusgeld 30- oder 50-mal und manchmal sogar noch öfter umsetzen, bis er dieses tatsächlich erhält. In vielen Fällen ist das Bonusgeld dann vollkommen aufgebraucht.

Mit ihrer jüngsten Ankündigung gehen die staatlichen Glücksspiel-Aufseher auf Forderungen dänischer Politiker ein. Abgeordnete wie der sozialdemokratische Jesper Petersen hatten in der Vergangenheit verstärkt auf das ihrer Meinung nach ausufernde Angebot von Bonusangeboten hingewiesen.

Der Initiative hatten sich im letzten Jahr Parlamentarier aller Fraktionen angeschlossen. Sie alle sehen die Gefahr, die die kostenlosen Bonusangebote vor allem auf Spieler mit einem problematischen Glücksspiel-Verhalten ausüben könnte.

Verhaltenskodex für einen besseren Schutz

Die aktuelle Ankündigung der Spillemyndigheden ist nur ein weiterer Schritt in dem restriktiven Vorgehen der dänischen Behörden gegen das online Glücksspiel. Eine weitere Maßnahme ist der verbesserte Verbraucherschutz, der die Dänen vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels besser schützen soll.

Bonus

Bonusangebote stehen in der Kritik (Bild: Wikipedia)

Deshalb tritt ab dem 01. Juli 2019 für die Glücksspiel-Anbieter ein neuer Verhaltenskodex in Kraft. Dieser soll zur Verbesserung des Spielerschutzes dienen, indem den Betreibern verstärkte Anstrengungen zum Schutz der Betroffenen vor Spielsucht abverlangt werden.

So ist es künftig nicht mehr erlaubt, mit prominenten Personen zu werben oder anzudeuten, dass das Glücksspiel bei finanziellen Problemen helfen könne. Darüber hinaus dürfen die Anbieter mit ihren Marketingaktivitäten nicht auf Minderjährige abzielen.

Bei ihrem Vorgehen baut die Regierung auf die Kooperation der Casino-Anbieter. Der Verhaltenskodex wurde aus diesem Grund unter maßgeblicher Federführung der dänischen Spielerschutz-Organisation Danish Online Gaming Association und der

Dänemark hat das Online Glücksspiel im Jahr 2012 liberalisiert. Seitdem können Betreiber eine an strenge Regulierungsauflagen gekoppelte Lizenz beantragen. Diese wird nach Prüfung von der Glücksspiel-Aufsicht Spillemyndigheden erteilt. Dabei achten die staatlichen Kontrolleure insbesondere auf die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der Spieler.

Dass die Kontrollbehörden auch anders können, zeigten sie erst Ende März, als sie die Webseiten Dutzender Online Casinos blockieren ließen. Die Betreiber hatten ihre Casinospiele ohne eine Lizenz angeboten, woraufhin die staatlichen Aufseher die Internet-Provider aufforderten, diese Seiten vom Netz zu nehmen.

Die aktuelle Warnung der Behörde zeigt, dass sie das Geschäftsgebaren der Online Casinos weiterhin scharf beobachtet. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sie rigoros einschreitet, sobald sie bei den Unternehmen Verfehlungen beobachtet.