Cyber­krimi­nalität und Men­schen­han­del in Kam­bod­scha-Casinos

Posted on: 05/11/2025, 03:03h. 

Last updated on: 04/11/2025, 04:12h.

  • In Kambodscha wurden mehrere Casinos wegen Vergehen wie Cyberkriminalität und Menschenhandel geschlossen.
  • Die Behörden entzogen fünf Lizenzen für den Casino-Betrieb.
  • Betroffen waren die Grenzregion zu Vietnam und Sihanoukville.

In Asien werden Glücksspielstätten mit unterschiedlichsten kriminellen Delikten in Verbindung gebracht. Betroffen davon ist nicht nur der berüchtigte Nordosten von Myanmar. In den vergangenen Tagen schlugen die Behörden von Kambodscha wegen des Verdachts auf Cyberkriminalität und Menschenhandel in gleich mehreren Casinos des Landes zu.

Polizeiwagen Kambodscha
Die Beamten schlugen gleich mehrfach zu (Bild: Flickr/Deepwarren, CC BY-NC 2.0)

Ein Schwerpunkt der Aktion war die Stadt Sihanoukville am Golf von Thailand. Dort gingen Beamte der Finanzbehörde sowie Polizeikräfte gegen vier Spielstätten vor. Diese stehen im dringenden Verdacht, an dem in der Region florierenden Menschenhandel beteiligt zu sein.

Die vier großen Casinos sollen darüber hinaus von illegalen Aktivitäten im Bereich Cyberkriminalität profitiert haben. Ihre Betreiber griffen dabei auf ein Netzwerk organisierter Kriminalität zurück, das mit Online-Betrug weltweit Milliardenschäden verursacht.

Die Razzien sind Teil einer landesweiten Kampagne zur Bekämpfung von Cybercrime in Kambodscha. Nach Druck der USA und Chinas sind die Behörden bemüht, der boomenden Schattenwirtschaft ein Ende zu setzten. Dazu zählt auch die Beschlagnahme von Geldern involvierter Banken. Auf diese Weise fror die Finanzbehörde in diesem Jahr bereits Beträge in Milliardenhöhe ein.

Die vier Casinos sollen geschäftlich miteinander eng verbunden sein. Die ungeklärten Besitzverhältnisse sollen bereits früh den Argwohn der Behörden erregt haben. Der Casino-Betrieb an den vier Standorten ist nun vorerst eingestellt.

Noch mehr Casino-Cybercrime

In einer von den Razzien in Sihanoukville getrennten Aktion schlugen Polizei- und Anti-Cybercrime-Kräfte am Wochenende auch in der Grenzregion zu Vietnam zu. Dort stand der Kampf gegen Cyberkriminalität im Glücksspielsektor ebenfalls im Fokus.

Vor Ort wurden insgesamt 23 aus dem Ausland stammende Verdächtige verhaftet. Den Beschuldigten aus Sri Lanka, Pakistan, Nepal, Indien, den Philippinen und anderen Staaten wird Online-Betrug in großem Stil vorgeworfen.

Die drei Hauptverdächtigen aus China, Taiwan und Malaysia wurden ebenfalls festgenommen. Beamte der Anti-Cybercrime-Einheit CGMC erklärten zu dem Ermittlungserfolg:

Die Behörden haben die drei mutmaßlichen Drahtzieher gemäß kambodschanischem Recht vor das Provinzgericht Svay Rieng gestellt, wo sie sich einem Gerichtsverfahren und einer Strafe stellen müssen. Nach Erlangung ausreichender Beweise hat die CGMC die Lizenz des Silver Star Casinos ausgesetzt und damit dessen weitere Geschäftstätigkeit untersagt.

Die übrigen Verdächtigen bleiben ebenfalls in Haft. Sie wurden den Einwanderungsbehörden übergeben und müsse nun mit ihrer Ausweisung rechnen. Angesichts der vielen Vorwürfe gegen die Casinos dürfte dies nicht der letzte Schlag der Behörden gegen die Branche in Kambodscha sein.