Crown-Affäre: Behörden befragen James Packer auf Luxus-Yacht zu Geldwäsche und Lizenzverstößen

Veröffentlicht am: 5. Oktober 2020, 02:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Oktober 2020, 05:20 Uhr.

In der Untersuchung um angebliche Verbindungen zwischen dem australischen Glücksspielbetreiber Crown Resorts und organisierten Verbrecherbanden wird am Dienstag Casino-Mogul James Packer aussagen. Eine gewöhnliche Befragung wird es allerdings nicht werden, denn Packer wird den Behörden von seiner 200 Mio. US-Dollar teuren Super-Yacht IJE aus zugeschaltet werden.

Super-Yacht im Wasser
Mit einer Super-Yacht wie dieser soll James Packer durch den Pazifik schippern. (Quelle: Pixbay)

Mit dieser befinde sich der Unternehmer zurzeit auf einer Tour durch den Südpazifik, berichtet das Newsportal News.com.au [Link auf English].

Packer hatte die 108 Meter lange Luxus-Yacht vom Bootsbauer Benetti SPA gekauft. Sie bietet Platz für bis zu 22 Gäste und eine Besatzung von 22 Personen.

Bei der Anhörung vor der New South Wales Independent Liquor and Gaming Authority soll es um Vorwürfe von Geldwäsche, Verstöße gegen Glücksspielgesetze und Kontakte mit vermeintlich kriminellen Banden in Asien gehen.

Der Ausgang der behördlichen Prüfung könnte bedeutenden Einfluss auf die wirtschaftliche Zukunft von Crown Resorts haben. Sie soll darüber entscheiden, ob das Unternehmen eine Glücksspiellizenz für das 2,4 Milliarden AUD (2,16 Mrd. Euro) teure Crown Barangaroo Casino in Sydney erhält.

Um was wird es noch bei der Befragung gehen?

Packer wird sich am Dienstag womöglich auch zum Verkauf seiner Konzernanteile an den Hongkonger Casino-Betreiber Melco äußern müssen. Der Milliardär hatte sich im Mai 2019 mit der Firma auf die Übernahme von 19,9 % der Crown-Anteile geeinigt.

Fraglich ist allerdings, ob der Verkauf an Melco auch von Crowns Glücksspiellizenz gedeckt gewesen ist. Wie vermutet wird, könnte der mittlerweile verstorbene Casino-Tycoon Stanley Ho durch seine Verbindungen zu Melco indirekt Einfluss bei Crown Resorts gewonnen haben. Glücksspiel-Geschäfte mit Ho waren in Australien allerdings untersagt worden, da man dessen Verbindungen zur kriminellen Unterwelt fürchtete.

Im Rahmen der bisherigen Untersuchung habe Michael Johnston, Direktor bei Crown Resorts, zugegeben, dass man die Verbindungen zwischen Melco und Ho hätte besser kontrollieren müssen:

Es gab keinen Hinweis darauf, dass Stanley Interesse an Melco Resorts hatte … basierend auf unserem Wissen aus dieser Zeit, also gab es nichts, was mir auffiel. Wir dachten, wir hätten damals den richtigen Rat befolgt (…). Im Nachhinein denke ich, dass wir vielleicht tiefer hätten schauen sollen.

Was Packer zur Sache zu sagen hat, wird sich morgen zeigen. Laut News.com.au ankere Packers Yacht gerade vor Tahiti.