China erkennt eSports als Beruf an

Veröffentlicht am: 7. Februar 2019, 02:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Juni 2019, 05:30 Uhr.

Die chinesische Regierung erkennt eSports ab sofort als Beruf an. Die Occupation Skill Testing Authority (OSTA) in China veröffentlichte in Zusammenarbeit mit dem China Employment Training Technical Instruction Centre (CETTIC) am 25. Januar 2019 eine Liste mit 15 Tätigkeiten im technischen Bereich, die als Beruf anerkannt werden sollen.

PC, Gaming, Teenager
eSports: Gamer ist in China jetzt anerkannter Beruf. (Bild: pixabay.com)

Unter den aufgeführten Beschäftigungsfeldern waren unter anderem auch die Tätigkeit des Cloud-Computing Ingenieurs, des Big Data Analysten sowie des professionellen Gamers aufgeführt. Auch der Beruf des Drohnen-Pilots und des AI-Technikers standen auf der Liste.

Auf der Liste der anzuerkennenden Berufe stand weiterhin die Tätigkeit des professionellen Gaming Betreibers, der für die Vermarktung der Spieletitel und die Organisation von eSports Veranstaltungen zuständig ist.

Was ist die OSTA?

Die Occupational Skill Testing Authority (OSTA) und das China Employment Training Technical Instruction Centre (CETTIC) sind öffentliche Einrichtungen, die in direktem Kontakt zum Ministerium für Human Resources und soziale Sicherheit (CMHRSS) stehen.

Die Einrichtungen sind für die technische Beratung im Bereich der Arbeit und der beruflichen Ausbildung zuständig.

Profi Gamer nehmen an Wettbewerben teil, sind als Trainingspartner tätig, liefern Datenanalysen und entwickeln auch neue Spiele. In den sozialen Medien geht diese Liste längst viral, was viele Menschen als Bestätigung dafür sehen, dass dies eine Bestätigung des eSports darstelle.

eSports – kontroverse Meinungen zu einem rasant anwachsenden Markt

Sicher zieht der schnell anwachsende eSports Sektor viel Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings sehen Experten auch Anlass zur Besorgnis, denn die Spiele könnten sich negativ auf junge Menschen auswirken und die Spielsucht fördern.

eSports sollte auch ein Medaillen-Sport bei den Olympischen Spielen werden. Allerdings gibt es insbesondere dabei noch Widerstand. Bei den Asia Games 2022 hingegen wurde eSports bereits in das Sportprogramm aufgenommen.

Auf der anderen Seite ist der eSports Sektor ein sehr lohnendes Geschäft. Laut einem im Juli 2018 veröffentlichten Bericht des Analysten CNG wird erwartet, dass der chinesische eSports Markt die 37 Milliarden Euro Grenze überschreiten und noch weiter wachsen werde.

Die Beziehung der chinesischen Regierung zu Online Spielen

Das Verhältnis der chinesischen Regierung zu Videospielen und Spiele Apps könnte als kompliziert beschrieben werden. Auf der einen Seite wird der Beruf des Profi Gamers anerkannt und es werden zu diesem Zwecke sogar Studiengänge an Universitäten etabliert, auf der anderen Seite werden Spiele vom Markt genommen und Softwareentwicklern wird es erschwert, neue Spiele zu veröffentlichen.

Fortnite Szene
Chinesische Regierung erklärt einige Inhalte von Fortnite als unangemessen. (Bild: flickr.com)

Nach einem neunmonatigen Moratorium für die Veröffentlichung zahlreicher Spiele hat die Regierung die Lizenzierungsprozesse neuer Releases wieder aufgenommen.

Erst im März 2018 wurde die Zulassung neuer Spiele eingestellt, denn nach Ansicht der Verantwortlichen seien die Spiele zu gewalttätig, machten süchtig und führten zu Myopie bei Kindern.

Im Januar 2019 wurden schließlich doch noch zwei neue Spiele von Tencent und ein Release von NetEase genehmigt. Die Regierung beendete damit einen fast einjährigen Stillstand der beiden Software-Giganten.

Es mag auch wenig verständlich erscheinen, wie ein Zusammenhang zwischen dem Bann populärer Spiele wie PUBG oder Fortnite zur Anerkennung des eSports als Profession hergestellt werden könnte. Nach Meinung der Regierung wiesen diese Spiele unangemessene Inhalte wie Gewalt und Pornographie auf.

Auf der Liste der unerwünschten Spiele standen immerhin 20 Releases, die für den chinesischen Markt als nicht geeignet deklariert wurden. Davon sollten 9 Games permanent vom Markt genommen werden.

Schüler erlernen auf chinesischer eSports Uni den Beruf des Profi Gamers

In China gibt es die größte Berufsschule für eSports. Die Ausbildung an der Lanxiang Technical School zum Profi Gamer dauert drei Jahre. Die Schule garantiert, die besten Absolventen an Profi Clubs oder Unternehmen zu vermitteln.

Gaming PC
An der eSports Uni werden auch Hardware Kenntnisse vermittelt. (Bild: maxpixel.net)

Die Schüler müssen dort ein straffes Programm absolvieren. Der Unterricht findet an sechs Tagen in der Woche von 8 bis 18 Uhr statt. Teil des Unterrichts ist auch Theorie, zum Beispiel wird Fachwissen zur Hardware eines PCs vermittelt.

Vermittelt wird unter anderem das Wissen über die Leistung und die Kosten der einzelnen Komponenten. Diese Kenntnisse sollen es jenen Schülern, die es nicht in die Profi Gamer Karriere schaffen, ermöglichen, in der IT Branche Fuß zu fassen.

Auch Sport steht auf dem Stundenplan, denn körperliche Fitness ist für einen Sportler sehr wichtig. Mitunter müssen die Spieler bis zu 15 Stunden am PC trainieren. Daher muss Verletzungen wie beispielsweise einer Sehnenscheidenentzündung mit gezielten Übungen vorgebeugt werden.

Doch natürlich stehen auch Spiele wie, Counter-Strike: Global Offensive, PlayerUnknown’s Battlegrounds und Overwatch auf dem Stundenplan.

In den Unterrichtseinheiten werden den Schülern wichtige Grundlagen der Strategie vermittelt. In den praktischen Einheiten werden bereits Talente ausfindig gemacht, die dann in jenen Spielen gefördert werden, die ihnen am meisten liegen.

In Deutschland hingegen steckt der eSports noch in den Kinderschuhen, obwohl es erste Ansätze zu geben scheint. Eine Ausbildung gibt es zwar noch nicht, aber in einigen privaten Universitäten wird mittlerweile auch ein Studiengang eSports angeboten.